Monat

August 2014

Eine Ode an die kleinen Babyfüßchen

Füßchen

Ich muss das jetzt einfach loswerden. Und auch wenn es abgedroschen, übermäßig romantisch oder nach Helikoptermama klingt: ich liebe diese kleinen Babyfüsschen. Ich liebe sie nicht nur, ich bin ganz verliebt und vernarrt in sie. Und das sage ich: eine Frau, die Füße und vor allem ihre eigenen hasst. Aber wenn ich momentan nachts ins Familienbett husche, dann kuschle ich mich so fest an unser Kindlein, dass ich auch ja an diese kleinen weichen Füßchen komme *hach*. Und dann kuscheln wir… also meine Wenigkeit und diese kleinen Zehen.

Und eigentlich darf und kann ich ja nicht mehr von „Babyfüßchen“ sprechen, sondern vielmehr von Kleinkindfüßen. Aber wie klingt das denn? Für mich bleiben es diese zuckersüßen, sanften Babyfüßchen vom Kindlein. Sie tritt ja damit auch gerne mal um sich, rammt sie mir ins Gesicht, den Bauch oder gegen andere schmerzhafte Stellen. Aber wenn ich sie dann mal wieder an dieser kleinen Fußsohle kitzle, ist das alles wie vergessen. Vergessen sind auch die Minikäsefüßchen vom Winter, wo sie noch so klein war und wir immer diese dicken Söckchen angezogen haben. Jetzt rennt sie nur noch barfuß durch die Gegend und ganz ganz selten kommen ein paar Socken an ihre kleinen Füße. Und daher muss das jetzt sein… *herz*

 

Ode an die Babyfüßchen

Verschrumpelt auf die Welt
Verpackt im Winter
Befreit in den Sommer
Verkuschelt mit Mama

Zwei kleine Füßchen
10 kleine Zehen
Nervenenden und Gekicher
Wärmespender
Weltentdecker und Sandsammler

Fest am Boden
baumelnd sowieso
in die Luft gestreckt
Tragen Dich von Abenteuern

in die ganz ganz große Welt!

Top 5 Klamotten Fails

KleiderschrankWer den Blog etwas länger verfolgt… und vor allem auch die Bilder fleissig schaut… dem dürfte aufgefallen sein, dass das Kindlein kein (kaum) rosa, pink und lila trägt. Aber dazu ein anderes Mal mehr.. aber wo wir schon beim Thema Klamotten sind! 😉 Ich liebe ja Shopping… was ich früher für mich eingekauft habe, kaufe ich heute für die Maus ein. Da glüht schon mal die Karte (ich bin Kartenkind – Bargeld habe ich so gut wie nie dabei – überfallen lohnt also nicht!). Und ich muss sagen, dass man als Erstlingsmama (k)einen Plan hat. Ich habe zwar viel gelesen und recherchiert… Listen angelegt… aber so richtig eingekauft habe ich trotzdem nicht. Strampler fand ich zum Beispiel total ätzend, Wickelbodies total klasse. Ich will trotzdem mal meine Top fünf Klamotten Fails zusammen tragen und mit Euch teilen :).

  1. Weiße Bodies nach dem Beikostbeginn
    Ich liebe weiße Klamotten – auch fürs Kindlein. Sie sieht darin so unschuldig aus *herz*. Und nachdem sich hier die weiße Wäsche nur so stapelte, kam der ein oder andere Spruch: „bist du denn verrückt ihr weiße Sachen anzuziehen, die bekommst Du doch nie wieder sauber!“ *grummel* Die ersten sechs Monate stimmte das überhaupt nicht. Das Kind konnte ja praktisch nix anderes als… erraten: liegen und getragen werden! Da wird nix dreckig… und ein Windelunfall ist dank schnellen Einweichens auch schnell beseitigt. Nun habe ich aber nicht so recht weiter gedacht und auch Bodies in Größe 80 und 86 gekauft – natürlich auch in weiß. Und hm… sie krabbelt, läuft und isst. Und ihr versteht sicherlich worauf ich hinaus will. Weiß ist da nix mehr.. da kann Muddi auch tagelang in Oxi-Zeug einweichen. *hust*
  2. Kleider im Krabbelalter
    Ja meine Güte, was sind sie nicht niedlich, diese Kleidchen! Das trifft auf uns zwar nicht soooo ganz zu, da ich absolut gegen diesen ganzen Gender-Dreck bin, aber das ein oder andere Kleidchen fand dann doch den Weg in unseren Kleiderschrank. Und verdammter Mist, warum erzählt mir vorher niemand das Kleider im Krabbelalter absolut für den Allerwertesten sind? Ja ja, ich hätte da auch selbst drauf kommen können – ist ja schon ein bisschen peinlich. Aber Kind + Kleid + Krabbelalter = ständiges hängen bleiben mit den Knien. Alle Kleider landeten sofort in der „zu-klein-Tüte“ oder auf Mamikreisel/ebay. Seit sie läuft, sind Kleider wieder was ganz Feines :).
  3. Schuhe – vor dem Laufen
    Was für ein Krampf… es ist kalt draußen, das Kind kann aber noch nicht laufen, geschweige denn sich sonst bewegen. Was kommt da also ran den Fuß? Na Schuhe, Muddi! Gedacht, gekauft. Und dann steht man da und versucht in mehreren verzweifelten Versuchen so einen Schuh an Babys Fuß zu bekommen nur um festzustellen, dass die anatomisch noch gar nicht so weit sind. Ich dachte erst, ich bin allein mit dem Problem – bis alle anderen Muddis in der Krabbelgruppe genau das gleiche erzählt haben. Die Schuhe rutschen ab oder man bekommt den Fuß erst gar nicht rein – Fail.
  4. Fehlkäufe (ach, ist doch reduziert)
    Ich nehme ja gerne alles mit, was da so in der Sale Abteilung hängt. Antizyklisch kaufen ist hier angesagt. Und dann kauft man dieses und jenes – und merkt, dass man entweder viel zu viel hat oder es nicht tragbar ist.. oder einfach mistig aussieht.  Ich habe da Sachen gekauft, die schaue ich mir heute an und denke: was hat dich denn da geritten? Geht gaaaar nicht! Mittlerweile schaue ich wirklich zweimal hin, schieße zur Not noch ein Bildchen und schicke es an Männe.
  5. Feste Stoffhosen und Jeans für Neugeborene
    *hust*… ja irgendwie habe ich den Fehler nicht nur einmal, sondern mehrfach begangen. Dabei ist es eigentlich klar: Neugeborene und Chino-Hosen – das kann ja irgendwie nicht zusammen passen, Genauso wenig wie feste Stoffe, die nicht nachgeben oder eng anliegende Jeans. Ich hatte hier diverse solcher Beinkleider, wobei die Betonung auf hatte liegt. Einmal habe ich ihr so etwas angezogen und recht schnell gemerkt, dass sie ja ihre Beinchen damit ganz schlecht bewegen kann.Hätte man ja auch wieder früher drauf kommen können, aber mit so einem Baby verliert man manchmal auch irgendwie sein Gehirn und erst recht komplexe Schlussfolgerungen. Dabei hätte ich mir ziemlich viel Geld und Platz im Kleiderschrank gespart wenn ich nicht einfach alles gekauft hätte, was da so hängt. Denn nur weil irgendein Designer irgendwas entworfen hat, heisst das noch lange nicht, dass der Ahnung davon hat, was so ein Baby tragen kann. 🙂 Hattet ihr das auch? Fails? Sachen, die nie zum Einsatz kamen oder einfach nur bescheuert waren/sind?

59 Wochen – 1 Jahr, 7 Wochen – Rückblick

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[GEÜBT & GELERNT]

  • sie hat sich das erste Mal rückwarts auf eine Erhöhung gesetzt
  • sie kickt Bälle noch viel intensiver, so dass sie richtig weit fliegen (habe alles auf Video, ooooh ja!)
  • sie öffnet Tuben und verschiedenste Verschlüsse nun mit Leichtigkeit
  • sie kann es schon länger, habe es nur noch nicht aufgeschrieben: sie erkennt uns auf Bildern, zeigt mit dem Finger drauf und sagt „Mama“ oder eben „Papa“

[GESPROCHEN]

  • das „düs“ wandelt sich allmählich in ein „tsüss“ und wird jeden Tag mehrfach wiederholt (inklusive Winken)
  • ansonsten viel „Mama“, „Papa“ und „dade“ (für Tante) – natürlich auch noch sehr viel in ihrer eigenen Sprache 😉

[GESPIELT & GEFALLEN] haben wir diese Woche vor allem auf dem Spielplatz. Dabei ist sie insgesamt drei Mal von einer ordentlichen Erhöhung geplumpst. Jedes Mal landete sie mit dem Gesicht komplett im Sand und schrie wie man eben so schreit in derartigen Situationen. Nun gut… ein viertes Mal gab es nicht – Madame hat gelernt, dass sie da nicht weiter gehen kann/darf! Ansonsten waren wir am Freitag sogar noch mal am See und das Kind planschte bei 21 Grad und Sonne im Wasser. Es war herrlich.

[GEDANKEN] Oje… ich mache mir so viele Gedanken. Nächste Woche geht die Eingewöhnung in der Kita los und ich freue mich auf der einen Seite und bin auf der anderen ganz melancholisch. Die Entwicklungen der letzte Wochen haben uns verschiedenes gezeigt: erstens war es absolut richtig zu warten, bis das Kindlein 14 Monate ist. Sie hat die letzten Wochen noch einmal riiiiesige Sprünge gemacht. Zweitens ist sie einfach so weit. Sie taut auf, will mit anderen Kindern spielen und gewöhnt sich extrem schnell an neue Menschen und Umgebungen.

[GESHOPPT] wurde vor allem dank des langen Kitazettels…

  • ich habe den weltschönsten Kinderrucksack gekauft. Natürlich in rot mit weißen Punkten – wir lieben ihn!
  • Zusätzlich darf sie bald einen Beutel ihr Eigen nennen, auf dem ihr Name in großen Buchstaben prangt.
  • ansonsten war ich wieder viel zu viel bei H&M und habe für das Kindlein nun noch mehr Sachen in der kommenden Größe 92

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In die Beeren… Ausflug!

Es ist Heidelbeerzeit! Und wir lieben es! Und weil wir auf dem schönen Land leben… ist nur 3 Minuten mit dem Auto eine Heidelbeerselbstpflücke entfernt. Menschenleer… und sooo viele Sträucher voll mit dicken, blauen Beeren. Das Kindlein rannte durch die Gegend, zupfte eigenhändig die Blaubeeren und stopfte sie sich gierig in ihren Mund. Das Langarmshirt ist jetzt lila und blau… aber den Spass war es wert! Oma, Tante und Papa waren auch mit dabei und naschten die ein oder andere Beere. Einen Tag später habe ich amerikanische Blaubeermuffins mit Zimtkruste gebacken und muss sagen: sooo lecker! *herz*

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Ich finde Selbstpflücken sowieso ganz toll, da es ein riesiger Spaß für die ganze Familie ist. Es ist so ein schönes Ausflugsziel! Und man kann sich so herrlich nebenher den Bauchi voll schlagen. Am Ende standen wir alle da, haben uns gegenseitig die Zungen raus gestreckt um zu sehen, wer wohl am meisten nebenher gefuttert hatte. Das Kindlein hatte jedenfalls nicht gewonnen. Dafür hatte sie am Ende des Ausflugs ganz blaue Füßchen… ich versuche sie ja so viel wie möglich barfuß herum laufen zu lassen. Männe und ich haben ganz schlechte Füße und ich habe viel über das barfuß laufen gelesen. Daher habe ich auch dort sofort die Socken und die Schuhe von ihren niedlichen Füßchen gerissen und sie tapsen lassen. Natürlich landet da auch die ein oder andere Blaubeere auf dem Boden.. aber wen interessiert das? Die Maus fand es super!

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Chaos nach dem Chaos nach dem Chaos

Chaosqueen

Ich habe aufgegeben…

…das Haus zu putzen
…ebenso die Fenster
…aufzuräumen
…zu hoffen, dass irgendwann mal etwas an dem Platz steht, wo es hingehört

Ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung wie sie das macht. Aber kaum habe ich eine Kramecke entfernt, hat sie drei neue aufgetan. Als hätte sie einen kleinen Zauberstab in der Hand, dem sie befiehlt da Unfug und Chaos zu verbreiten. Es ist zum heulen. Und wenn ich ihr etwas gebe, mit dem sie sich beschäftigen soll, während ich aufräume, verwandelt sie das „was auch immer mir die Mama gegeben hat“ sowieso wieder in pure Unordnung.

Ich komme da wirklich nicht ansatzweise hinterher. Kaum lasse ich eine Schublade auf, ist 0,3 Millisekunden später alles irgendwo verteilt. Lasse ich etwas zu nah am Tischrand liegen, wird es stibitzt, nur um damit weiteren Schabernack zu machen. Ich fahre ins Shoppingcenter und muss neue Schuhe kaufen, nur weil das Kindlein zuvor unbemerkt einen der beiden Schuhe aus meiner Tasche genommen hat. Das wird ihr alles vom Taschengeld abgenommen – ich schwöre.

Das Essenschaos ist aber absolut nicht zu übertreffen. Zu unserem Leidwesen ist ihre aktuelle Lieblingsspeise Nudeln mit Pesto. Pesto ist bekanntlich gerne schmierig, wahlweise auch krümelig und vor allem aber eines: ölig! Ich kann das Kind nach dem Mittagessen gerne sofort unter die Dusche stellen.. trotz dessen, dass ich sie direkt vom Essenstisch in die Duschwanne trage, finde ich überall dieses ölige Zeugs. Am Tisch und Stuhl ja sowieso… an den Fliesen, an der Duschtür, am Knauf der Duschtür, an meinen Packungen für Haarwäsche und co. Oder die Pampe fällt auf dem Weg ins Badezimmer irgendwo herunter. Ich trete natürlich hinein – was für eine Frage! Es wandert also vom Socken zu einer Fliese und dann zur nächsten, verteilt sich herrlich im Haus. Von einer Fliese landet es auf dem Badläufer. Das Kind wird abgetrocknet, huscht natürlich kurze Zeit später wieder von rechts nach links und nimmt gerne hier und da kleine Reste mit ihrem gesamten Körper auf. Das verteilt sich dann hier und da… und irgendwann wird das Haus mal eine Pestohölle erster Güte sein!

Abgesehen vom Essensthema reißt sie alles auseinander, Zeitungen, Zeitschriften, Karten (die Muddi liebevoll ausgesucht und an den Kühlschrank gepinnt hat)… sie nimmt Geldbeutel auseinander und findet Dinge, die wir schon so lange verschollen geglaubt hatten. Neulich fand ich im Badschrank eine Kugel der Kugelbahn. Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung wie sie dahin gekommen ist. Überall ist Spielzeug – und mit überall meine ich auch überall. Im Auto, im Kinderwagen, im Bett, in den Schränken, unter der Couch, auf der Couch, in Ritzen und in Ecken, draußen auf dem Rasen, in der Garage, im Fahrradanhänger. Einfach überall verteilt sie ihr Zeug (und Zeug, was eigentlich nicht für ihre Hände gedacht ist).

Ich habe heute versucht ein Geschenk einzupacken. Das Ende der Geschichte war eine verteilte und zerissene Rolle Geschenkpapier, völlig verwirrtes Geschenkband, was ich NIE wieder aufrollen kann, eine geknickte Karte und Tesafilm, der überall war, nur nicht da wo er hingehört. Sie klebte sich selbst damit voll, den Teppich, mich und riss zu guter Letzt die Rolle aus der Abrollvorrichtung. Ich habe keine Ahnung wo sie jetzt ist. Diese kleine Elster treibt mich an den Rand des Wahnsinns. Natürlich auch im positiven Sinne. Denn wenn ich irgendwo wieder etwas finde, was da so nicht gehört kann ich vor allem eines: schmunzeln.

58 Wochen – 1 Jahr, 6 Wochen – Rückblick

Oje… ist der Sommer schon vorbei? Anfang der Woche sind wir noch bei Sonnenschein fast nackig durch die Gegend gerannt und waren am See.. nur um zum Ende der Woche schon die langärmligen Klamotten heraus zu holen. Oh bitte bitte nicht! Ich mag noch ganz viel Sonne mit dem Kindlein genießen! Ansonsten war unsere Woche sehr schön und abwechslungsreich…aber dazu gibt es bald mehr Posts!

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[GELERNT]

  • sie hebt einzeln die Füße wenn ich ihr die Schuhe anziehen will
  • sie hat das erste Mal zwei Duplosteine zusammengesetzt
  • sie lässt ihre Arme neuerdings so hin und her schleudern
  • wenn sie steht, dreht sie ihren Oberkörper weit nach links und rechts ohne die Beine zu bewegen
  • sie hat endlich den Dreh raus: bisher hatte sie es nicht so richtig verstanden, dass sie ihre Trinkflaschen hoch halten musste, damit die Flüssigkeit da hin kommt wo sie hin soll. Das klappt jetzt ohne Probleme.

[GESHOPPT]

  • ich habe die weltschönste Mütze für den Herbst und Winter im Sale ergattern können… kann es gar nicht erwarten, dass es kühler wird und ich sie ihr aufsetzen kann
  • wir mussten noch mal Geld in neue Sommerschuhe investieren. Erstens weil die Füße zu schnell wachsen und zweitens weil ich an dem Tag nur einen Schuh im Shoppingcenter dabei hatte. Das Kind muss den zweiten zuvor unbemerkt aus meiner Tasche gefischt haben :/

[GESPROCHEN] ich will mal eben ihren aktuellen Stand in Sachen Wortschatz festhalten: da, neijn, Mama, Papa, dade (für Tante), bisher einmal „dsüs“ (für tschüss)

[GESCHMECKT]

  • Chili con carne findet sie klasse
  • außerdem liebt sie Nudeln mit grünem Pesto – das könnte sie jeden Tag futtern
  • Käse ist doof
  • Weintrauben sind klasse, Brötchen ebenso

[GESCHLAFEN & GESTILLT] momentan stillt sie nachts wieder sehr sehr viel. Und das auch, wenn sie tagsüber ganz gut gegessen hat. Tagsüber beschränkt sich das Stillen jedoch auf zwei bis drei Mal, was für uns alle im absoluten Rahmen liegt. Abends liegt sie pünktlich um 20.00 Uhr im Bett, worüber wir sehr happy sind.

Warum wir es lieben auf dem Land zu leben

NaturlebenDie letzten Wochen wurde es mir wieder so richtig stark bewusst: wir sind total glücklich auf dem Land beziehungsweise in einer Kleinstadt zu leben. Ich war mit dem Kindlein ziemlich oft in der großen Stadt – der Hauptstadt – unterwegs. So ein Shoppingcenter ist für so ein Kleinkind wie ein riesiger Abenteuerspielplatz. Und da es ihr in letzter Zeit zu hause sehr schnell sehr langweilig wird, schlendern wir gerne hin und her und shoppen, bis die Karten glühen.

Und weil ich nicht nur mit dem Auto in der Tiefgarage parke, ins Center gehe und anschließend wieder fahre, haben wir auch mal die Zeit genutzt und sind so ein bisschen durch die große Stadt geschlendert. Ich habe ja sehr viele Jahre direkt an der Spree gearbeitet und an der Warschauer Straße und im Pendelverkehr viele Dinge gesehen und erlebt. Irgendwie hatte ich es in den letzten 1 1/2 Jahren vergessen.. vergessen wie schlimm es riecht, wie laut und wuselig es ist, wie unübersichtlich.. vergessen das man Dinge sieht, die man eigentlich gar nicht sehen will. Ich war mit dem Kindlein wirklich nicht sehr lange unterwegs, aber wir sahen wirklich wieder viel Elend, vor allem aber auch unendlich viel Beton. Und gab es dann doch mal ein Stückchen grün, so war es voll mit Kippen oder Tierkot. Traurig :/.

Klar, ich kann eine Stadt eine nicht über einen Kamm scheren, es gibt überall total herrliche Ecken… und ich vermisse beispielsweise so kleine niedliche Cafés bei uns in der „Stadt“… oder so tolle kleine Boutiquen, Kinderläden, Baby- und Kinderkurse. Aber ich würde nicht für 100.000 EURO in die große Stadt ziehen. Niemals! Dazu muss ich sagen, dass wir einen wirklich großen Vorteil haben: mit dem Auto sind es einmal 20 Minuten und einmal 30 Minuten bis in die beiden großen Städte, die alles bieten, was wir brauchen. Sollte man der Natur also überdrüssig werden, so kann man schnell ins Gewusel fliehen. Ich bin leider ein Konsumjunkie und liebe Shopping… daher bin ich ganz froh um diese kurzen Strecken. Und mal ganz ehrlich? Innerhalb der Hauptstadt braucht man oft mehr als 20 Minuten von A nach B. Insofern haben wir da wirklich großes Glück.

Hier in unserer Kleinstadt öffne ich morgens die Tür und stehe im Gras, barfuß.. und schaue mit dem Kindlein in den blauen, wolkenverhangenen Himmel. Es gibt nichts schöneres als mit ihr durch den Garten zu flitzen und ihr danach mit dem Gartenschlauch die kleinen Steinchen vom Weg von den Füßchen zu spritzen. *herz* Sie liebt ihr Trampolin über alles… wir verbringen viele Stunden auf dem Hüpfteil, schauen in die Wolken und ich erkläre ihr das Wetter, die Natur, all diese tollen Vorgänge. Sie rollt sich dann von einer Seite zur anderen und kichert so niedlich.

300 Meter zu Fuß haben wir einen großen See und der Wald ist direkt hinter unserem Grundstück. Wir laufen jeden Tag hinein, beobachten auch schon mal ein Reh oder Vögel, pflücken Brombeeren oder stapfen bis zum verborgenen See, der sich mitten im Wald versteckt. Oder wir quatschen mit dem Nachbarsjungen.. er schiebt ein bisschen den Kinderwagen bis zu den Hühnern nebenan, die sich das Kindlein minutenlang ansehen möchte. Es ist einfach ruhig und schön… wobei ruhig mein Stichwort ist. Nichts ist für mich schlimmer als Lärm. Das fand ich immer sehr belastend, als ich noch in der Hauptstadt gearbeitet habe. Dieser unsagbare Lärm. Autos, Züge, schreiende Menschen… und hier… ist es still… man hört höchstens das Rauschen der Bäume im Wald oder ein paar Eichhörnchen, die wieder über die Zweige jagen. Wir sind so glücklich, dass unser Kindlein hier groß werden kann, mitten im Grünen, mitten im Nirgendwo und doch so nah am Puls der Zeit.

Hier sind die Probleme der Großstadt oft ganz weit weg… wir haben genug Kitaplätze (dank Ausbau), trotzdem einen Babyboom, einen wunderschönen Spielplatz, ein Freibad, eine schöne Altstadt, Restaurants und und und. Und ich weiß es erst nach den Erlebnissen der letzten Wochen wieder so richtig zu würdigen, dass wir hier leben dürfen. Inmitten vom Nichts. Es ist so herrlich und so schön fürs Kindlein. Vermutlich wird sie als pubertierender Teenager ähnlich wie ich damals rufen „ick zieh hier weg, sobald ich 18 bin!“… das hat bei mir auch nicht lang angehalten. Heimat ist eben Heimat und ich bin sehr glücklich darüber, dass das Kindlein in die Schulen gehen wird, die ich bereits besucht habe. Und ich hoffe so sehr, dass sie dieses Stückchen Erde hier irgendwann als ihre Heimat sieht, ein Ort an dem ihre Wurzeln und ihre Vergangenheit liegen. *herz*

57 Wochen – 1 Jahr, 5 Wochen – Rückblick

Diese Woche (und auch die Wochen davor) stand ganz im Zeichen von „Ankommen“. Man spürt eine Veränderung mein Kindlein. Sie ist so viel fröhlicher, aufgedrehter, spielt ausgedehnter, heult nicht mehr ständig wenn sie hinfällt. Es ist wirklich angenehm mit ihr. Im Einkaufszentrum rennt sie durch die Gegend und zeigt uns damit einmal mehr ihr wirklich tiefes Urvertrauen. Wir waren die vergangene Woche oft am See… ich brauchte sie nur auf der Wiese absetzen und sie lief schnurstracks ins Wasser *hach*.

Woche_57_Collage

[GELERNT]

  • sie setzt gezielt Figuren in die Duplo Autos, um dann „loszubrausen“
  • sie kann endlich Küsschen geben *herz herz herz*
  • ich glaube sie kann es schon seit ein paar Wochen, ich habe es nur noch nicht aufgeschrieben: „ei machen“
  • sie kann auf der Stelle „tippeln“
  • sie hebt den Ball über ihren Kopf und lässt ihn hinter sich herunterfallen

[GEIMPFT] wurde das Kindlein diese Woche das erste Mal in ihrem Leben. 5-fach. Ich kann kaum darüber schreiben ohne wieder in Tränen auszubrechen. Es war schrecklich, sollte aber erwähnt werden.

[GETAUCHT] ist unser Kindlein am Freitag ganz unfreiwillig. Wir waren am See baden und sie lief kreuz und quer durchs Wasser, fiel nach hinten auf den Popo und dann wiederum auf den Rücken, so dass das Wasser bereits auf ihrem Gesicht war. Anschließend drehte sie sich auf den Bauch um wieder hoch zu kommen und steckte damit das gesamte Gesicht noch einmal unter Wasser. Ich sage es mal so: sie war akustisch ziemlich weit zu hören.

[GELIEBTES SPIELZEUG]

  • die Kugelbahn ist hier gerade der absolute Hit! Minutenlang steht sie daneben und beobachtet fasziniert wie die von ihr hinein gelegten Kugeln nach unten sausen. *herz*
  • Kuscheltiere werden auch immer angesagter – sie liebt es im Autositz ihren Hasen von der Uroma im Arm zu halten
  • das Trampolin im Garten ist neuerdings wieder der absolute Hit – dafür ist die Schaukel komischerweise nicht mehr ganz so angesagt. Warum auch immer 🙂
  • Türen auf und zumachen ist tägliche Routine und eine ihrer derzeitiges Lieblingsbeschäftigungen

[GESHOPPT] hat Mama diese Woche im Zara-Sale. Und sagen wir es mal so: der nächste Sommer kann kommen! Und wie immer ohne rosa/pink und lila 😉 Außerdem habe ich das erste Mal einen Fuß in einen Primark gesetzt… bisheriges Fazit: nie wieder!

[GEÄRGERT] haben wir uns gestern über unseren Besuch im Zoo, der ein einziges Desaster war. Das Kindlein weigerte sich bis einschließlich 14 Uhr Mittagsschlaf zu machen und so hofften wir, sie schläft im Auto ein. Was sie dann auch tat – 10 Minuten vor Ankunft. Sie schlief dann noch weitere 10 Minuten bei laufendem Motor, wurde dann aber durch einen Husten wach. Tja.. man kann es ahnen. 20 Minuten reichen nicht und so kam es wie es kommen musste. Sie war absolut mies gelaunt und nach etwa 45 Minuten huschten wir wieder raus.

[BEWUSST GEWORDEN] ist mir erneut wie schön es ist, auf dem Land bzw. in einer Kleinstadt zu leben. Ich war die Woche viel unterwegs, unter anderem in der Hauptstadt und es war einfach nicht mein Ding. Es war laut, dreckig, stank bis zum Himmel… und immer diese Menschen- und Betonmassen. Ich war so froh, als ich endlich wieder in unserem Wald/Garten war. *herz* Ich bin so glücklich, dass unser Kindlein hier aufwachsen darf.