Tut doch endlich was!

Das war das erste was ich gedacht habe, als ich – mal wieder – einige Horrornachrichten zu den aktuellen Problemen der Hebammen gesehen habe. Erst wurde die Haftpflichtversicherung erhöht, doch damit nicht genug. Nun hat der Versicherer angekündigt, die Versicherung komplett zu streichen. Damit bricht alles wie ein Kartenhaus zusammen, da Hebammen so in vielen Bereichen nicht arbeiten können. Vor- und Nachsorge, Beleghebammen, Hausgeburten – ausgestorben. Das ist soooo traurig.

Viel schlimmer finde ich aber die Kommentare einiger Leute unter den Berichten in den einschlägigen Online-Portalen. So musste ich unter anderem etwas lesen wie: „Wozu braucht man so was… einfach ins Krankenhaus und gut ist!“ oder „Dieses ganze Extra Zeug zu hause ist sowieso unnötig, jede Frau hat eine Gynäkologin!“. Ich war wirklich mehr als schockiert, als ich das las. Also entweder haben diese Leute nicht alle – Entschuldigung – Latten am Zaun oder sie haben keine Kinder, sind Männer, Aliens, was weiß ich. Es ist zum Haare raufen und man will nur kreischen.

Ich blicke mal zurück… Ich hatte das Glück, dass ich in der Familie eine Hebamme habe, die mich zu jeder Zeit betreut hat. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass das auch der Fall gewesen wäre, wenn sie nicht Teil meiner Familie gewesen wäre. Ich konnte sie zu jeder Zeit wirklich alles fragen. Sie war bei der Geburt dabei und hat mich auch danach nie im Regen stehen lassen wenn ich mal wieder ein Problem an dieser oder jener Stelle hatte. Ich glaube, die Leute wissen oft gar nicht, was eine Hebamme, vor allem auch nach der Geburt, zu hause leistet. Sie kontrolliert gerade die ersten Tage danach TÄGLICH Mutter und Kind. Und das nicht nur für 10 Minuten mit einer vorhergegangenen Wartezeit von einer halben Stunde, wie man es so oft beim Arzt erlebt. Sie nimmt sich Zeit… viel Zeit. Und das ist genau das, was ich brauchte:

Zeit!

Zeit für Fragen, Zeit für Antworten. Ich war und bin eine Erstlingsmama. Ich hatte 100000 Fragen, war bei jeder Kleinigkeit unsicher und habe viel zu oft Herrn Google befragt. Eine Tatsache, die in den meisten Fällen nicht besonders förderlich war. Und so war und ist meine Hebamme immer noch die erste Anlaufstelle wenn es um Fragen rund um das Kind geht. Und mit ein paar Tagen nach der Geburt ist es ja auch nicht getan. Eine Hebamme gibt Geburtsvorbereitungskurse, Rückbildungsstunden und sie berät auch zum Thema Beikost. Es ist so viel mehr als eine Geburt und ein bisschen was nebenher. Und es ist so schade, dass es erst so eskalieren muss. Daher gilt:

Handeln!

Wie? Wer das liest und es nicht schon längst gemacht hat: bitte unterschreibt diese Petition und gebt sie und alle Informationen die ihr habt an Eure Freunde und Familien weiter. Und sonst so? Sonst könnt ihr gerne noch ein Stoßgebet zum Himmel schicken. *hach* Ich hoffe wirklich, das bald etwas passiert!!!

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2 comments

  1. Danke an alle, die schon unterschrieben haben… 🙂 Ich bekomme für jeden, der den Link geklickt und die Petition unterschrieben hat eine Mail… also vielen lieben Dank an alle! Es waren einige 😉

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