Stillblues

Regenbogen

Als erstes möchte ich mir mal auf die Schulter klopfen meine lieben Muddis…

Glückwunsch an mich selbst!

Wofür? Für sechs Monate voll stillen! Ich finde, das ist schon eine kleine Party wert. Oder zumindest eine Runde Anerkennung. Ein kleiner Preis. Eine Blume. Ein Regenbogen oder mal etwas Sonne. Denn wenn ich so zurückschaue, dann haben das Stillen und ich nicht immer die beste Beziehung miteinander geführt. Schon vor der Schwangerschaft war ich mit ordentlich Holz vor der Hüttn‘ bestraft/gesegnet (ich bevorzuge die erste Variante) und während der zehn Monate konnte ich dann noch einmal zwei Körbchengrößen oben drauf packen. Nach dem Milcheinschuss erneut zwei. Ihr wollt den Buchstaben gar nicht wissen! Da muss man im ABC schon ziemlich weit „zählen“, wenn ich das mal so sagen darf.

Nach einigen Wochen des Stillens gingen wieder zwei Größen weg… gut, dass ich gar nicht erst versucht habe, einen Still-BH in meiner Größe zu finden. Die ersten Wochen habe ich es mit BH nicht einmal ansatzweise ausgehalten. Ich habe mir einfach viel zu kleine Tops bei H&M gekauft und versucht, damit eine stützende Haltung hin zu bekommen. Alles andere war einfach nur schmerzhaft… zu viel des Guten. Das Kindlein zerkaute mir zu Beginn auch ziemlich alles und so waren die MAM Kompressen zeitweise meinen besten Freunde. Zum Milcheinschuss hätte ich mit meinen Möppis wirklich Melonen zerhauen können… oder Bierdosen… oder sonst was, was man kaputt hauen kann. Da halfen nur Quarkwickel von meiner Hebi und ausstreichen. Es war echt schmerzhaft. Aber in den ersten Wochen hat man irgendwie nicht so richtig Zeit, sich so mit dem Thema auseinander zu setzen, dass man vielleicht mit dem Stillen aufhört (zumindest ging es mir so).

Irgendwann kamen dann aber Tage – sorry – die waren einfach nur SCHEISSE! Die konnte man vergessen, aus dem Gedächtnis streichen, abhaken… und an solchen Tagen fühlte ich mich dann, gerade zu Beginn, wie eine Melkmaschine. Ich habe das Stillen zwischenzeitlich soooo gehasst und hätte nur noch heulen können. Aber jeder Tag ging vorbei und dann kamen auch wieder ganz besinnliche Stunden in denen ich ihr stundenlang dabei hätte zusehen können. Mittlerweile ist das Ganze nicht mehr ganz so friedlich, wie man es aus den einschlägigen Zeitungen kennt. Sie kneift, strampelt, haut um sich und saugt mich innerhalb von fünf Minuten wie ein kleiner Vampir leer. *hilfe*

Als meine Milch zwei Mal fast weg war, habe ich trotzdem gekämpft und alles gegeben, um den Fluss wieder anzukurbeln. Ich erinnere nur an die Bokshornkleekapseln, die mich aus sämtlichen Poren wie einen Brühwürfel haben stinken lassen *bäh*… und es hat immer geklappt. Es war ein ständiges Auf und Ab! Und doch hat es sich gelohnt zu kämpfen, um jeden einzelnen Tropfen! Und ich bin verdammt stolz drauf, dass ich wirklich sechs Monate (nun sind es schon fast sieben) durchgehalten habe und meinem Kind das gegeben habe, was ihm zusteht: das Beste!!! :-*

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5 comments

  1. Hab ich auch nicht so gesehen 😉 wollte das thema einfach umgehen ( bzgl. Des passenden sitzes ).Beim delfi wurde echt ne ewigkeit diskutiert. Ich merke auch das wir beim zweiten jetzt alles einfacher sehen. Da wird halt vom bruder geerbt 😀

    Liebe gruesse bianca

  2. Glückwunsch!!! 😉
    Ich kann mich auch erinnern, dass die Stillzeit nicht so prickelnd war. Ich habe jeden Tag zwei Kannen Fencheltee getrunken, damit die Milch einigermaßen reichte. Und die Kleine trank echt schlecht, war immer abgelenkt, hat rumgezappelt (von Anfang an) und brauchte absolute Ruhe beim Trinken. Erst am Ende, als ich nur noch abends stillte, schien sie das Stillen zu genießen und trank ruhig und konzentriert. Erst da, nach sieben Monaten, konnte ich das Stillen erstmals genießen.
    Also alles Gute, Wiebke

  3. …bei den möppis / melonen musste ich übrigens laut lachen 🙂 mein mann hat mich schon ganz komisch angeschaut…muss klein schreiben. stille gerade. wie passend 😀

    LG

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