It is all about Money! Oder nicht?

GeldOder anders gefragt… ist teuer gleich besser? Wie viel Geld sollte man ausgeben? Und wie ist das, wenn man weniger hat? Muss man dann Abstriche machen? Etwa beim Thema Sicherheit, Qualität oder allgemeiner „Schönheit“?

Das Thema Reboarder hat mich sowohl in der virtuellen als auch in der realen Welt immer wieder zu dieser Frage geführt… Diese Kindersitze sind so teuer, dass viele sie sich nicht leisten können oder auch wollen. Es gibt zwar mittlerweile mehr Hersteller, sprich auch günstigere Modelle – nichtsdestotrotz kann man für die Teile gerne mal 300-500 € auf den Tisch legen. Es ist erwiesen, dass diese Art der Kindersitze den bestmöglichen Schutz im Alter von ein bis vier Jahren bieten… und das war für uns DER Grund, dieses Teil zu kaufen.

Aber was, wenn ich die Kohle nicht habe?

Dann kommt bestimmt gleich ein Schlaumeier um die Ecke und sagt: „Kauf es doch gebraucht!“ Nun… das ist gar nicht so einfach. Diese Sitze sind noch recht „neu“ auf dem Markt, welcher absolut nicht gesättigt ist. Daher sind gebrauchte Sitze oft sehr teuer. Das gleiche gilt beispielsweise für Kinderanhänger, wie den Chariot Cougar oder CX oder auch für den Babybalkon (Babybay). Diese Sachen verlieren kaum an Wert und man blättert selbst für gebrauchte Ware noch einiges hin. Daher gilt dieser Spruch „gebraucht kaufen“ bla bla nicht für alle Produkte. Außerdem: will man alles gebraucht haben? Ich habe einige Freundinnen, die niemals gebrauchte Kleidung auf dem Flohmarkt kaufen würden. Ich habe das schon gemacht, nutze Flohmärkte aber vor allem für Spielzeugschätze und tolle Bücher, die wirklich nur einen Bruchteil vom Originalpreis kosten. Kann ich meine Freundinnen trotzdem verstehen? Schon irgendwie… es ist eben etwas anderes gebrauchte Kleidung von einer guten Freundin zu leihen als von einem Wildfremden am Stand um die Ecke zu kaufen. Aller Waschgänge zum Trotz.

Was würde ich mir nie gebraucht holen?

Da gibt es eigentlich nicht so viel.. aber ein Tragetuch würde ich wohl immer neu kaufen. Das ist aber meine ganz persönliche Meinung… was ich da schon in das Teil geschwitzt hab’… auf meinen Spaziergängen.. nun ja, ihr wisst was ich meine :D. Bei einer Manduca würde ich das zum Beispiel gar nicht so eng sehen. Ansonsten kann man alles gebraucht kaufen… Möbel, Klamotten (auch wenn man, wie ich finde hier seeehr lange suchen muss), Kinderwagen.

Kinderwagen ist auch so ein Thema bei uns… das Kind lag 4 Monate drin, dann verweigerte es das Teil fast komplett. Bis heute sitzt sie maximal 20 Minuten da drin. Im Nachhinein würde ich mir vermutlich nicht mal mehr einen Kinderwagen kaufen, da wir das Tragen via Tuch einfach viel angenehmer empfanden. Gebraucht wäre unser Kinderwagen echt ein Schnäppchen, da er fast noch aussieht wie neu. Wenn ich mir da manch anderen Wagen ansehe muss ich immer schmunzeln.

Ansonsten gibt es eine Erstausstattung eigentlich sehr günstig… wenn man einfach nicht immer sofort Produkt A kauft, sondern vergleicht und gegebenenfalls schaut, ob man es nicht gebraucht günstiger bekommt. Ich kaufe Kleidung zum Beispiel antizyklisch. Gerade erst heute habe ich wieder den halben H&M für das Kindlein leer geshoppt. Die Sommerware ist super günstig und ich weiß ungefähr, was sie kommendes Jahr tragen wird. Also immer rein in die Tüte ihr lieben Shirts! 🙂

Provokante Frage: ist mein Kind glücklicher wenn ich mehr Geld habe…

… und damit mehr Spielzeug kaufen kann? Und mehr auf Qualität und Sicherheit achten kann? Fakt ist: das Kind sitzt im Reboarder sicherer als in einem vorwärts gerichtetem Sitz. Das ist nun mal so… und ich finde es einfach nur traurig und schade, dass nicht jeder in Genuss dieser Sitze kommt oder kommen will. Wir haben auch überlegt… so viel Geld? Und dann kam dieser Tag, an dem wir so glücklich waren uns für den Sitz entschieden zu haben.

Beim Spielzeug haben wir eine Mischung aus neu und gebraucht… und ich kaufe jetzt kein stinkendes Plastikzeug von sonst wo. Aber geht es dem Kind dadurch besser? Hat es dadurch weniger Schadstoffe in seiner Umgebung? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung. Aber sie ist glücklich. Ob ich nun das teure Holzdingsbums von Haba oder eben von Eichhorn hier stehen habe. Sie spielt momentan sowieso fast ausschließlich mit Alltagsgegenständen und findet ihre Spielsachen allesamt total doof und langweilig. Da macht das Geld keinen Unterschied. Gebrauchte Bücher haben für mich zum Beispiel einen ungeheuren Charme… ich liebe es, wenn sie leben und aussehen, als hätten ganz viele gierige Kinderaugen sie oft und lang verschlungen.

Ab wann kommt da ein Unterschied?

Ich glaube so richtig wahrnehmen können es Kinder vermutlich erst, wenn sie sich mit anderen aktiv vergleichen können. Freund A hat das, Freund B ebenso. Ich nicht, warum? „Mama darf ich das haben?“ wird mit nein beantwortet und auch unterm Weihnachtsbaum ist nicht das Teil der Begierde. Je älter, desto signifikanter wird es wohl. Aber das sind nur Mutmaßungen und wirre Erinnerungen aus meiner Schulzeit.

Fazit?

Puh… der Mix macht es vielleicht? Das ist zumindest unser Gefühl… ich verstehe Leute, die alles neu kaufen wollen. Vor allem wenn es um Dinge geht, die vom Vorgänger arg in Mitleidenschaft gezogen wurden (zum Beispiel kotzen, übergelaufene Windel). Ich glaube aber nach einem Jahr Mamasein eines sagen zu können: es ist bloß ein verdammtes kurzes Jahr. 365 Tage (wir gehen jetzt mal nicht davon aus, dass wir ein Schaltjahr haben). Und danach braucht man einen Großteil dieser ganzen Sachen sowieso nicht mehr (Babybay, Babybadewanne, Badetherometer und und und). Und vielen ist glaube ich nicht bewusst, wie schnell diese Zeit rum geht. Unser Kind hat 2 Monate in der Babybadewanne gebadet, anschließend war ich mir ihr unter der Dusche. Größe 56 trug sie weniger Wochen. Die Babyschale nutzten wir 11 Monate. Die Zeit rast… und gerade für den Anfang lohnen sich gebrauchte Dinge. Dem Kind isses eh egal!

Was mir nur ans Herz geht ist wenn jemand auf Sicherheit verzichten muss… und auch hin und wieder bei der Qualität Anstriche machen muss. Damit meine ich nicht, dass nun Gemüse vom Lidl statt vom Edeka püriert und gefüttert wird. Aber Plastikspielzeug von Kik ist eben etwas anderes als Spielzeug von Haba. Und leider greift dann doch recht oft der Satz „Qualität hat ihren Preis!“. Aber genau da liegt die Chance… und Mamas die Gebrauchtes hassen, können hier Geld sparen. Ich habe ganz viel Zeug von Haba super billig auf Flohmärkten erstanden, noch dazu in einem super Zustand! Es geht! Man muss nur die Augen offen halten!

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One comment

  1. Lustig, denn gerade beim Tragetuch finde ich „gebraucht“ fast besser. Ich kenne sooo viele Leute, die ihr Tuch kaum benutzt haben, weil ihnen das Binden zu kompliziert war. Und ein neues Tuch ist oft noch steif und wird erst durch Tragen und Waschen weich und anschmiegsam. Für Kinderkleidung gilt bei mir dasselbe. Ich habe fast ungetragene Strampler da, weil es in den letzten Wochen einfach viel zu warm dafür war und die Kleine inzwischen zu gross dafür ist. Und je öfters die Kleidchen gewaschen wurden, desto weniger Schadstoffe sind drin. Warum also nicht gebraucht? Überall dort, wo es um Sicherheit geht, würde ich mich aber für Neuware entscheiden, weil man nur dann die Garantie hat, dass wirklich alles in Ordnung ist. Ob ein Fahrradsitz durch einen früheren Sturz schon Mikrorisse o.ä. hat, sieht man Gebrauchtware leider nicht an…

    LG, Julia

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