Familienurlaub Österreich im Kleinwalsertal – Wandertipp! Ifenbahn-Melköde-Schwarzwasserhütte

Ich mag Euch mitnehmen… in ein wirklich wunderschönes Land.. ab nach Österreich! Genauer gesagt mag ich mit Euch unsere Familienerlebnisse im herrlichen Kleinwalsertal teilen *herz*

Einen Tag nach meiner letzten Prüfung machten wir uns auf ins schöne Bayern, übernachteten bei der lieben Omi (die ganz nebenbei erwähnt, ein zauberhaftes Frühstück zubereitete) und fuhren einen Tag später direkt in Richtung Berge! Der Wetterbericht erzählte Geschichten von Sonne und viel Regen, von 9 Grad Maximaltemperatur und anderen bösen Dingen. Egaaaaal…. wir brachen bei Sonnenschein auf und kamen bei Sonnenschein an.

Der erste Tag lief noch etwas chaotisch – der Blick aus unserer Hütte entschädigte aber allemal. Innerhalb des Tages trudelten Omi und Opi, Tante mit Onkel in spe und natürlich der Hund ein. Zusammen mit Freunden waren wir schon angekommen und so war das Hüttchen voll. Das gute Häuschen war quasi leer, so dass wir aufgrund von Selbstverpflegung und Co. jedes noch so kleine Utensil mitbringen durften. Das reichte vom Klopapier, über den Schneebesen bis zum Teller. ALLES mussten wir mitschleppen. Das Auto meiner Eltern war bis unter’s Dach voll gepackt, der Hund musste auf Omis Schoß sitzen.

WANDERUNG I
IFENBAHN – MELKÖDE – SCHWARZWASSERHÜTTE

Der Tag nach unserer Ankunft musste genutzt werden – die Sonne schien und es hatte ungefähr 25 Grad. Ein Blick in die Wetterapp zeigte: letzter schöner Tag. Also packten wir alles zusammen und brachen vormittags zu einer wunderschönen Wanderung auf. Wir starteten von unserer Hütte, liefen über einen kleinen Hügel und standen direkt vor der Ifenbahn. Von da aus ist ein Wanderweg in Richtung Melköde quasi konsequent ausgeschildert. Steht man vor der Ifenbahn hat man noch einen ganz schönen Blick direkt auf den Ifen (auf den wir es bis zum Schluss nicht geschafft haben). Der Wanderweg bis zur Melköde ist weder besonders steil noch abschüssig. Man wandert eben so vor sich hin. Kinderwagentauglich ist der Weg allemal, wir hatten zusätzlich trotzdem noch die Kraxe dabei, da das Kindlein erst einmal nur da rein wollte. Mit ihren 13kg war es dann aber schon ganz schön schwer für den Papa-ohne-Kondition.

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Trotzdem hielt der tapfer durch… und erreichte mitsamt der Truppe gleich mal eine Großbaustelle am Boden der Ifenbahn. Fragt mich nicht mehr was da genau gebaut wird. Ich habe es mir durchgelesen, hab sogar einen Flyer mitgenommen. Der Flyer ist mittlerweile irgendwo in der Mülldeponie namens Auto verschwunden und mein Hirn ist einfach mal schon 30 Jahre alt. Ich hab’s einfach wieder vergessen. Jedenfalls ist da eine imposante Grube ausgehoben und die Kipplaster fahren ständig munter steil bergab. Die Männer blieben entsprechend erst mal stehen und fachsimpelten eine Runde vor sich hin. Irgendwann konnten wir uns dann losreißen und wanderten einfach weiter. Und weiter. Und weiter. Vorbei an schnieken Bäumen, umsäumt von Bergen und natürlich der Sonne.

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War schon hübsch anzusehen, keine Frage. Abgesehen davon sind die Natur und ich ja eh SO *ichüberkreuzegeradezweiFinger*. Ich stehe 10x lieber auf einer grünen Wiese als zwischen Häuserfronten. Es war auch nicht zu voll – man traf quasi kaum jemand anderen. Irgendwann erreichten wir dann die Melköde. Eine Hütte am Fuße eines steilen Aufstiegs zur Schwarzwasserhütte. Das Kindlen war mittlerweile ziemlich müde, hielt aber noch tapfer durch. Direkt neben der Hütte rauscht ein großer Wasserfall zwischen imposanten Steinen in das Tal. Davor ist ein kleiner Spielplatz – perfekt also für Eltern! In der Melköde gab es tolles Essen, unter anderem Naturjoghurt mit frischen Früchten, Knödelsuppe, eine Käse-Brotzeit *sehrsehrgeil* und Kuchen. Wir setzten uns also auf eine der vielen Bänke und ließen es uns zum Mittag so richtig gut gehen.

Kleinwalsertal_00

Frische Getränke gab es natürlich auch… Nun stellte sich für uns danach die Frage: und nun? Schaute man sich die Karten an, so gab es eigentlich nur genau den gleichen Weg zurück. Öde, dachte ich und wollte unbedingt weiter auf den Berg wandern. Wir fragten bei den Ladies in der Hütte nach, doch die winkten bei der Frage nach dem zum Buggy umfunktionierten Fahrradanhänger ganz schnell ab. Treppen gäbe es da oben und sehr sehr unebenes Gelände. Zähneknirschend wollte ich es trotzdem versuchen… Ich wurde jedoch überstimmt, die Männer hatten nämlich keine Lust mehr und traten dann mit dem nach Mama brüllenden Kindlein den Heimweg an. Kindlein war extrem übermüdet und schlief nach 5 Minuten direkt im Anhänger ein.

Wir Mädels + ein Mann traten dann den Wanderweg zur Schwarzhütte an. Und an dieser Stelle muss ich einfach einen kleinen Exkurs schreiben.

WANDERN MIT CHUCKS.

Ja, richtig. Chucks. Ich mag zwar die Natur – die passende Wanderausrüstung besitze ich trotzdem nicht. Ich hab keine Fleecejacke. Und keine Softshelljacke. Wanderschuhe habe ich entsprechend auch nicht. Auch keinen Rucksack von deuter oder anderen namhaften Herstellern. Von Wanderstöcken ganz zu schweigen. Oder diese Outdoorhosen, bei denen man mit einem Reißverschluss das halbe Bein abnehmen kann. Hab ich alles nicht. Nicht mal ansatzweise. Bei unserem Mallorca Urlaub letztes Jahr bin ich schon mit Chucks gewandert und fand diese erstaunlich bequem. Und so habe ich die abgewetzten Teile auch dieses Mal wieder in den Koffer geschmissen.

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Das Ding ist nur:… hm… ich war echt die Einzige ohne diese Ausrüstung. Ohne Witz! Ich habe keinen einzigen Menschen gesehen, der da nicht multifunktional ausgestattet durch die Gegend gegurkt ist. Niemanden!!!! Das höchste der Gefühle waren Laufschuhe – und die trug wohlgemerkt meine Schwester. Der Rest ist da ausschließlich mit voll Hightech Wanderschuhen unterwegs gewesen. Sogar Kinder. Hab mich jedes Mal gefragt was das wohl kostet – die Kinder da jedes Jahr mit einer neuen Größe zu versorgen. Na wie dem auch sei. Nach dem ersten Tag dachte ich noch: aber morgen siehst du mal jemanden, der wie du durch die Pampa stapft. Weit gefehlt. Bis zum letzten Tag war ich die einzige, die mit Bluse und Cardigan die Berge erklomm. Am ersten Tag hatte ich immerhin noch eine wandertaugliche kurze Hose an. Das war es aber auch schon.

Und ich war nicht die einzige, der dieser Umstand auch tatsächlich auffiel. Am ersten Tag wanderten wir zum Teil wirklich steile Berge hinauf. Unterwegs hörte ich einen kleinen Jungen sagen:

„Mit Chucks. Wie krass!“

Ich sagte: nix. Meine Mutter konnte es sich nicht nehmen und rief „geht auch so!“ hinterher. Und wie es ging. Ich lief und lief. Rutsche kaum weg und wanderte fröhlich vor mich hin. Am Ende des Tages hatte ich keine einzige Blase oder rote Stelle an den Füßen. Diese Schuhe hatten mal wieder gezeigt, was in ihnen steckt. Tschaka! Man muss wirklich dazu sagen, dass der Weg von der Melköde hinauf zur Schwarzwasserhütte nicht ohne ist. Es ist sehr unwegsam, steil und auch anstrengend. Auf der anderen Seite bin ich schon verrücktere Sachen gewandert. Dennoch kann ich nur bestätigen, was die Damen in der Melköde gesagt haben: nicht mit Buggy da hoch. Nur mit Kraxe oder anderen Tragemaßnahmen sollte man den Weg beschreiten. Alles andere wäre verrückt bei dem Zustand des Weges.

Unterwegs hat man teilweise atemberaubende Aussichten und man trifft vor allem eines: Kühe. Man hört sie aufgrund der überdimensionalen Glocken schon vorab. Gestreichelt haben wir sie auch. Aber Obacht: wenn sie mit ihren Köpfen mal wieder nach einer Fliege schlagen kann man auch ziemlich schnell mal ein Hörnchen zwischen den Rippen hängen haben. Sie bewegen sich so schnell und kraftvoll – da ist Vorsicht mehr als angebracht. Zwischendurch muss man sie auch mal von einer Brücke treiben, die der einzige Weg ist um weiter voran zu kommen. Herrlich war das.

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Oben auf der Schwarzwasserhütte kann man dann wieder herrlich essen und trinken – und trifft ein paar mehr Leutchen, die aus der anderen Richtung kommen: vom Ifen selbst. Eigentlich wollten wir so gerne dort entlang, ließen es aber nach einigen Gesprächen mit anderen Wandern sein. Sehr steil werde es, so richtig mit Klettern und Seilen und Metallstreben an denen man sich festhalten müsse. Wir haben bis heute keine Ahnung ob das wirklich so ist, sind aber sicherheitshalber den Rückweg angetreten. Nach unten dauerte es natürlich nicht ansatzweise so lang. Besonders schön auf dem Weg zur Schwarzwasserhütte ist der Fluss, der sich mal langsam, mal schneller parallel zu uns durch das Tal schlängelte. An vielen Stellen konnte man kurz ans Ufer und sich die vom heißen Wetter angeschwollenen Finger abkühlen. Herrlich!

Melköde_Collage

FAZIT

Mit Kind/ern ist der Wanderweg bis zur Melköde herrlich und dauert vielleicht bei mäßiger Geschwindigkeit 1 1/2 bis 2 Stunden. Dort findet man einen Spielplatz, Kühe, einen tollen Wasserfall, etwas zu Essen und zu trinken und viele andere tolle Dinge, die es in der Natur zu bestaunen gibt. Viele Familien mit geländetauglichen Buggys nutzten diesen Weg und wanderten ganz entspannt durch das schöne Kleinwaldertal. In jedem Fall bei schönem Wetter sehr sehr empfehlenswert! *herz* Ab der Melköde sollte man aber auf jeden Fall auf Buggy und Co. verzichten und entweder das Kind mit Papa wieder in die andere Richtung zur Ifenbahn schicken oder es in einer guten Trage mit schleppen. 🙂 Viel Spaß!

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