Monat

April 2017

Schreiberliese… manchmal packt es mich!

Wenn das Leben etwas Spielraum gibt… dann, ja dann schreibe ich. Ich schreibe am Blog, aber auch an anderen kleinen und großen Geschichten. Und weil ich hier nicht ausschließlich über das Kindlein schreiben mag, möchte ich heute ein paar Worte hinaus lassen. Ich hatte die letzten Tage und Wochen immer mal wieder etwas Zeit, meine Finger über die Tasten huschen zu lassen. Ganz besonders habe ich mich dabei meinem größeren Projekt gewidmet. Einer Geschichte die ich schon beinahe Jahre fest im Kopf habe – mir fehlt nur die Zeit sie komplett aufzuschreiben. Hier nun ein kleiner Ausschnitt, einfach weil ich so gern schreibe.

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Ein Schrei. Dunkle Wolken. Schwarz. Leere. Ein zweiter Schrei. Regen und Blitze. Ein Hämmern, Schläge gegen die Wand. Verworrener Nebel. Gebrüll und anschließend berührende Stille. Fingertippen auf trockenem Holz. Das Knistern von Feuer. Ein dritter Schrei. Flaches Nass und kleine Wasserfälle. Kochendes Salz. Lautes Wetter überall.

Ich schrecke hoch und sitze senkrecht im Bett. Nur ein Traum, nur ein böser Traum! Ich schaue zu ihm. Er windet sich kurz und scheint dann wieder tief und fest zu schlafen. „Gott“ flüstere ich und streiche mir die feuchten Haare aus dem Gesicht. Kleine Schweißperlen stehen auf meiner Stirn, Anspannung legt sich auf meine Schultern und presst diese fest hinab. Ich drücke meinen Rücken fest nach hinten und setze mich anschließend wieder kerzengerade hin als neben mir ein ohrenbetäubender Schrei ertönt. Er jagt direkt in mein Innerstes und lässt mich einen halben Meter der Bettkante gefährlich nahe zur Seite weichen. Seine Stimme verebbt. Kein Ton mehr. Dafür übernimmt sein Körper die Kommunikation. Ein stechender Schmerz liegt auf seinem Gesicht und tanzt mit seinen Muskeln. Es sind wilde Bewegungen. Bewegungen, die seine Lippen öffnen, seine Augen aufzucken lassen. Ich blicke in so viel Furcht und Qual. Seine Hand schlägt blitzschnell auf die Matratze ein. Fingerspitze um Fingerspitze drückt sich fest in das darüber gespannte Laken. Sein Arm hängt in der Luft, seine Muskeln beben unter der Anspannung und gehen in ein leichtes Zittern über. Er wirft seinen Kopf von rechts nach links und zurück. „Nein, nein!“ hauchend fliegen die Worte aus ihm. „NEIN!“ brüllt er plötzlich und lässt ein Schreien ertönen. „Was ist dir nur passiert?“ flüstere ich in die dunkle Nacht und fühle mich ohnmächtig angesichts des offensichtlichen Leidens.

Meine Hand legt sich vorsichtig um sein Gesicht, weich über die tiefen Falten, welche sich durch die Anspannung fest in seine Haut legen. Wieder wirft er seinen Körper um und schlägt meinen Arm abrupt weg. Schmerz durchfährt mich und die getroffene Stelle. Es tut weh, sehr weh, der Aufprall war fest und gezielt. Ich greife mit meiner freien Hand an die Verletzung und beiße mir auf die Lippe. Der Arm beginnt zu Pochen. Schnell, heftig. Der Schmerz wird schlimmer und mir schießen kleine Tränen in die Augen. Ich versuche zu Pusten und lache mich aus für diesen lächerlichen Versuch der Schmerzlinderung. „Daniel!“ rufe ich, doch er windet sich nur weiter unter seiner dünnen Decke. Mein Arm beginnt zu hämmern und ich erkenne bereits eine deutliche Rötung. Scheiße! „DANIEL!“ nun bin ich es, die schreit. „Wach auf verdammt!“ die Tränen beginnen hinaus zu fallen, tief stürzen sie sich auf meine Wangen. Hilflosigkeit kriecht tiefer in mich hinein, alle Tore sind ihr geöffnet. Heulend hocke ich auf dem Bett und halte meinen Arm, der scheinbar beginnt auf seine doppelte Größe anzuschwellen. Er wirft sich noch einmal herum, krümmt sich schrecklich, presst die Zähne hörbar aufeinander. „Bitte..“ weine ich leise und greife nach seiner Hand, presse seine Finger fest gegen meine Haut. „Bitte“ wiederhole ich, schließe die Augen und halte seine Hand gegen mein pochendes Herz. Kummer schwängert den Raum. Mein Kopf fällt gegen das Kopfteil des Bettes.

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März 2017 – Rückblick

MÄRZ 2017 – Rückblick – Kindlein 3 Jahre und 8 Monate

Was für ein grandioser Abschied aus dem März *herz* 22 Grad bot der letzte Märztag.. doch nicht nur das: endlich wurde es auch etwas grüner. Ach, ich freu mich. Hinter mir liegen fast vier Wochen Wochenbettstation, eine Arbeit die ich wirklich wirklich gern mache. Ich hatte allerdings (auf eigenen Wunsch) ausschließlich Frühdienste, was mich bezüglich Schlafmangel wirklich an den Rand des Möglichen drängte. Aber gut, alles überlebt, weiter geht das Leben! Nun hat die Uni wieder angefangen und ich blicke zwei geregelten Monaten entgegen, in denen ich jedes Wochenende frei habe.

Nun aber mal zum Kindlein! Auch der März verschonte uns nicht – es wurde wieder gekränkelt. Das Übliche: Husten. Dieser dauerte fast 3 Wochen, bis er abklang. Es ist wirklich zum davon laufen. Aber gut, auch das ist geschafft. Seit etlichen Tagen scheint sie nun gesund und geht fleißig in die Kita und weint auch beim Abgeben nicht mehr. Dafür findet sie den Umstand des „Mittagskindes“ als sehr angenehm und wäre dies am liebsten jeden Tag. Leider schaffen wir das natürlich nicht, richten es aber so oft wie möglich ein.

FRÜHLING

Der März bescherte uns nicht nur einige sonnige Tage sondern auch die ersten Blumen. Das Kindlein liebt es, Blumen zu pflücken und sich kleine Sträuße zu basteln. Nun überlegt Muddi schon fleißig, was sie so kostengünstig im heimischen Gärtchen bauen kann, so dass das Kindlein selbst etwas pflanzen und hegen und pflegen kann. So richtig erlaubt das der finanzielle Spielraum nicht, aber eventuell können wir uns ja ein Hochbeet oder so zulegen. Irgendeine Kleinigkeit, eine Möglichkeit zum Gärtnern.

Neben all den Blumen und den ersten Knospen, die da so sprießen und unsere Herzen höher schlagen lassen.. gab es auch den ersten Marienkäfer. Das Kindlein war sofort sehr begeistert und freute sich so herzig. Wir haben auch wieder fleißig den Drachen steigen lassen und allgemein einfach versucht das herrliche Wetter ausgiebig zu nutzen.

ERSTES PUPPENTHEATER

„Papa, was ist denn ein Puppentheater?“ war die erste Frage, die das Kindlein stellte als sie von einem bevorstehenden Besuch im Puppentheater erfuhr. Die Kita machte einen entsprechenden Ausflug und das Mädchen war mächtig aufgeregt. Zum Ende wurden die Gruppen wohl etwas unruhig aber grundsätzlich lief es wohl perfekt. Das Kindlein erzählte mit einer herzigen Begeisterung von ihrem Besuch. Von Pittiplatsch und Schnatterinchen und all den anderen tollen Figuren. Ganz aufgedreht kam sie nach Hause unser kleines Mädchen. *hach* Was so kleine Dinge bewirken können, ist wirklich schön zu sehen.

FREUNDSCHAFTEN – GEDANKEN

Wie man auf der unteren Collage sieht ist das Kindlein momentan fast jedes Wochenende mit ihrer zukünftigen Nachbarin am Start. Es ist für mich als Mama so schön zu sehen, wie Freundschaften sich bilden und dann Bestand haben. Wie ein kleines unsichtbares Band zieht sie sich durch das Leben und durch diese zwei kleinen Mädchen, die so schön miteinander spielen.

Was ich ebenso spannend finde: wen mag ich und wen mag ich nicht? Schon als Kind ist einem scheinbar klar, mit wem man so seine Zeit verbringen mag. Kuriose aber auch verständliche Sache. Auch in der Kita gibt es Kinder, mit denen das Mädchen nicht so recht spielen mag. Umso schöner ist es natürlich, dass das Nachbarsmädchen schon jetzt eine richtige Freundin ist. Sie spielen, sie lachen, sie toben, sie machen Chaos. Vor allem aber tun sie eines: sich beschäftigen. Das Kindlein spielt ja nach wie vor nicht gern allein… da ist eine Freundin immer eine wirklich zauberhafte Sache.

HAARIGE ANGELEGENHEITEN

Wie man sieht: ich hatte Zeit zu Üben. Ich flechte und knote und schaue youtube Videos mit Frisuren Tutorials. Immer nur die typischen Pippi Zöpfe wurden mir zu langweilig. Leider ist das Kindlein nicht besonders kooperativ was die Frisur angeht. Ein paar Eckpunkte: 

  • Haare noch nie geschnitten
  • gehen ihr bis zum Popo
  • sie hat viiiiiele Haare
  • will sie sich auch nicht schneiden lassen
  • hasst Haare kämmen
  • Mama darf Frisuren nur vor dem TV machen – und auch nur mit Kämmspray und Papas Hand, die das Kindlein dann ganz fest drückt

Offen lasse ich ihre Haare ganz ungern. Das hat einen ganz praktischen aber auch sehr traurigen Grund. Es gibt in Kindleins Gruppe ein besonderes Kind.. ein Kind, welches anders ist. Und es zieht leider sehr gern an Haaren.. und so versuche ich Frisuren zu zaubern, an denen es sich schlecht ziehen lässt. Mal ganz abgesehen davon, dass ihr die langen und offenen Haare ja schrecklich im Gesicht hin und her fliegen würden. Vom Spielen auf dem Spielplatz mal ganz abgesehen. Jedenfalls bin ich jetzt ein absoluter Pro in Sachen Flechtfrisuren. Und Kindleins Haare wachsen und wachsen und wachsen…

SPRACHKÜNSTLERIN

„Mama ich will Milli! Die schmeckt mir so gut!“
„Aber die Milli ist schon so lang alle!“
Grabscht mir in den Ausschnitt.
„Kannst Du da neue Milli rein machen?“

„Papa mir ist schlecht, mein Bauch ist komisch.“
„Willst du inhalieren?“
„Ja, dann ist die Schlimmerei vielleicht vorbei.“

Tanzt vor dem TV:
„Ist das aber anstrengend!“

Papa zum Kindlein: „Die Mama ist wach, wollen wir runter gehen?“
Kindlein schüttelt den Kopf: „Die kommt schon von alleine hoch.“

Fragt aus dem Nichts: „Papa, können Mädchen auch Fußball spielen?“
„Willst du denn Fussball spielen?“
„JA!“