Monat

Februar 2016

2 Jahre & 33/34 Wochen – Rückblick

Das Leben rauscht gerade irgendwie an uns vorbei… Ich kann mich ehrlich gesagt gar nicht mehr richtig an die vorletzte Woche erinnern… nur das wir viel draußen waren, das Kindlein mit seiner Gesundheit endlich stabil ist und wir einfach die Zeit als Familie genießen. Ich bin ziemlich entspannt, nicht zuletzt weil mir die Arbeit auf der Pflegestation so großen Spaß macht *herz*. Ich hoffe, ich komme demnächst wieder öfter zum bloggen!

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[WORTPERLEN]

„Donnerwetter Mama!“

Papa: „Kindlein, willst du mit zum Bäcker kommen?“
Kindlein: „Nein Papa. Ich bleibe hier. Die Mama passt auf mich auf!“

Mama: „Nein nein nein!“
Kindlein: „Doch doch doch!“

Mama:“Kindlein, wir gehen jetzt noch schnell einkaufen.“
Kindlein: „Alles klar Mami!“

„Mami, Papi? Habt ihr etwas liegen?“
„Kindlein, was meinst du? Wir haben Geld für Dich angelegt…meinst du das?“
„Oh, das ist aber lieb!“

[URLAUB 2016] eines steht fest: dieses Jahr fahren wir mit Oma und Tante in den Urlaub – nur das es dieses Mal Papas Familie ist :). Wir freuen uns schon riesig auf ein paar gemeinsame Tage und das Kindlein redet ganz oft und viel davon. Nun sind wir aktuell auf der Suche nach einem großen Haus für viele viele Personen, was sich als gar nicht so einfach gestaltet.. ich habe nicht mal richtig Zeit zu suchen *grummel*

[UND SONST SO?] ansonsten ist das Kindlein momentan sehr sehr entspannt. Sie macht alles mit, bockt wenig bis gar nicht, ist wahnsinnig kooperativ und liebenswürdig. Sie teilt gerne, liebt ihr Kinderturnen und die Kita. Sie ist endlich über viele Wochen gesund, geht früher ins Bett und schläft schön lang. Sie liebt Fernsehen *augenroll*, vor allem Michel und Madita. Wir sind momentan einfach nur sehr glücklich als Familie.

Die Verzweiflung über die Welt

Zerrissenheit

Mein kleines zauberhaftes Mädchen.

Ich weiß, die Welt ist so ungerecht. Dies müssen wir momentan durch deine großen Kulleraugen miterleben. Nicht täglich, aber etwa einmal pro Woche zeigst du uns deutlich, was Du von diesem Planeten und seinen Regeln hältst. Heute morgen bist du schier daran verzweifelt, dass dein Schlafanzug nur bis zum Bauchnabel aufzuknöpfen ging. Danach gab es keinerlei Knöpfe mehr, nicht mal mehr eine Naht die ich hätte aufreißen können. Du hast das alles nicht verstanden und gerissen und gezupft… vor allem aber hast du eines: geweint. Und geweint und geweint. Geschluchzt und gewütet. Du warst so erschüttert über diesen Fakt und wir standen hilflos daneben. „Aufmachen“ hast du immer mal wieder mit tränenerstickter Stimme gebrabbelt, aber es ging halt nicht.

Und so standen wir daneben, wollten dich halten, dir helfen, dich beruhigen. Aber du wolltest nicht. Hast Dich weg gedreht, nur um noch schlimmer zu weinen. Irgendwann bist du dann doch zu deinem Papa und hast gefragt „Kannst du mir helfen Papa?“ als dein Papa dann den Schlafanzug ausziehen wollte bist du wieder zurück in deine „alles- ist-so-doof-und-unfair-Welt“. Denn selbst dein Papa schaffte es nicht noch ein paar zusätzliche Knöpfe hinzuzaubern. Er wollte dir einfach nur mit deinen kleinen Ärmchen aus dem Anzug helfen. Wieder waren wir am selben Punkt. Und du noch mehr verzweifelt als zuvor. Mittlerweile wurdest du von Weinkrämpfen geschüttelt. Wir saßen weiterhin stumm daneben und warteten darauf bis Du entscheidest wann du soweit bist und Hilfe annehmen möchtest. Du kleines armes Zauberkind.

Du kannst nicht ahnen, was momentan los ist. In der Welt.

Auf unserer Erde. Kriege, Hunger, Elend. Doch woher sollst du auch ahnen das deine kleinen Probleme Nichtigkeiten für uns ganz große Menschen sind? Gar nicht – und das wissen wir. Also versuchen wir dich und deine Zerrissenheit ernst zu nehmen – auch wenn es manchmal schwer fällt. Wir sind ganz erstaunt darüber, wie dich so scheinbar klitzekleine Dinge aus dem Takt bringen können. Das du sooo verzweifelt bist, über dich, über das, was du scheinbar noch nicht allein schaffst und kannst. Es tut uns so leid, dich so zu sehen. Das es Dinge gibt, die selbst wir nicht für dich lösen können oder die du auch gar nicht durch uns gelöst wissen willst. Wir fühlen uns ganz hilflos und versuchen einfach, dir zu helfen und Trost zu spenden. So ein Schlafanzug kann halt auch einfach doof sein. Manchmal ist es auch der Reißverschluss der Jacke oder die Schnürsenkel der Schuhe, die du unbedingt schon allein zubinden möchtest.

An dieser Stelle sei angemerkt mein Zaubermädchen: Mama kauft vorerst keine Schuhe mehr mit Schnürsenkeln. Nicht noch einmal kann ich mit ansehen, wie du die „Hasenohren“ formen und verknoten willst. Nicht das du es falsch verstehst mein Mädchen. Wir sind nicht böse. Du schreist nicht, du schlägst nicht. Du bist eigentlich ganz ruhig – abgesehen von deinen Weinkrämpfen. Du wütest auch nicht von Punkt A nach Punkt B. Du knallst keine Türen und wirfst uns keinerlei Beschimpfungen an den Kopf. Du bist einfach nur außer Dir, gefangen in deiner kleinen Welt, in der Du noch nicht all die Dinge tun kannst, die du doch schon allein machen möchtest.

Dabei reflektierst du so herzerwärmend. „Wenn ich groß bin, dann kann ich das!“ Ja mein Schatz. „Ich muss noch ein bisschen wachsen!“. Ja meine Lieblingsmaus. Bald schon wirst du auch all diese Dinge lernen und beherrschen. Bald bist du so groß… und andere Dinge werden dich nerven. Dann sind es vielleicht nicht mehr die Schnürsenkel, aber die Matheaufgabe. Ich kann es kaum erwarten!

2 Jahre & 32 Wochen – Rückblick

So, gleich muss Mama wieder zur nächsten Spätschicht. Also schnell schnell noch den Wochenrückblick basteln. Es war eine komische Woche. Ich hatte das Gefühl das Kindlein kaum zu Gesicht bekommen zu haben. Die erste Woche auf einer neuen Station liegt hinter mir und ich habe erneut viele lustige, bewegende und traurige Dinge gesehen. Diese Woche habe ich gaaaaanz viel frei und möchte sehr viel Zeit mit meinem Mädchen verbringen. Heute darf sie noch mal von Oma aus dem heiß geliebten Kindergarten abgeholt werden, morgen ist Mama wieder dran!

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[PLAPPERMAUS]

„Ich habe eine gute Idee!“

„Ich mache das jetzt so, verstanden?“

„Mama ich gehe jetzt raus, ok?“

„Kindlein kommst Du bitte kurz her?“
„Natürlich Mama!“

[ZAHLENVERSTÄNDNIS]

Wir kleben Punkte auf einen selbst gebastelten Marienkäfer. Ich frage sie, wie viele Punkte es sind. Sie beginnt zu zählen. 1-2-3-4-5-6-7-8. Es waren tatsächlich 8 Punkte. Ich frage sie: „Wie viele Punkte sind es denn?“ Sie sagt „Viele Punkte!“ Herzig, oder?

[RECHTS & LINKS] wir vermuten tatsächlich, dass sie das mit rechts und links verstanden haben. Neulich bin ich mit ihr in die Kita und sie sagte an beinahe jeder Kreuzung folgendes:

„Wir müssen rechts fahren“

„Wir müssen nach links fahren!“

Ich dachte erst, dass sie nicht mal weiß was rechts und links überhaupt bedeutet und vermutlich einfach nur wild drauf los plappert. Nun stimmten ihre Angaben aber zu etwa 90%, was mich natürlich stutzig gemacht hat. Ich beobachte mal weiter.

2 Jahre & 30/31 Wochen – Rückblick

Ich bin wieder ich.. kurz gesagt: ich bin wieder ein Mensch. Die letzten zwei Wochen waren geprägt durch Dauerpauken für die mündliche und schriftliche Prüfung des ersten Semesters. Vor der mündlichen Prüfung versagten mir doch beinahe die Beine, aber ich hatte Glück: die Fragenauswahl war mehr als angenehm und so konnte ich am Ende die bestmögliche Note einsacken. Wie auch schon bei der Hausarbeit. Fühle mich wie ein Streber. Jedenfalls beginnt nun erst einmal eine zweimonatige Praxisphase und die Lernerei tritt wieder etwas in den Hintergrund. Gott sei Dank!

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[SAUBER SEIN IN NEUEN DIMENSIONEN] seit etwa zwei Wochen geht das Kindlein allein auf die Toilette. Und mit allein meine ich: ganz allein. Trocken und sauber sind wir ja etwa seit sie zwei Jahre alt ist. Nachts trägt sie noch eine Sicherheitswindel. Nun geht sie aber komplett allein ins Bad, schließt die Tür hinter sich, zieht sich aufs Klo, macht ihr Geschäftchen, macht sich sauber und spült. Anschließend kommt sie aus dem Bad als wäre nix gewesen. Meine Güte… wie schnell wird dieses Kind groß? Mann und ich platzen vor Stolz, ganz nebenbei erwähnt.

[WORTPERLCHEN] ich mag mal wieder ein bisschen berichten, was das Mäuschen so den ganzen Tag von sich gibt!

„Ich bin die Mama von de Puppi und de Puppi hat Hunger! De Puppi darf nur die eine Seite austrinken!“
sprach sie und stillte ihre Puppe.

„Mama, Papa, ich habe eine Anfrage!“
Wir schauen sie irritiert im Laden an.
„Können wir das kaufen?“
Lachflash.

„Kindlein, was gab es heute in der Kita zum Mittagessen?“
„Hmm, das weiß ich gar nicht Mama!“

„Heute ist Montag!“
Ich schaue wie ein Auto, überlege ob sie das in ihrem Alter schon wissen kann und bin beruhigt als ich feststelle, dass es schon Mittwoch ist.

„Morgen wieder in die Kita fahrn!“
Glückliches, kleines Kitamädchen!

„Ich möchte einen Turm bauen Papa. Bis zur Decke. Gaaaaanz hoch!“

[FAHRRADVORBEREITUNG] das Kindlein wünscht sich zum dritten Geburtstag ganz ganz ganz arg ein Fahrrad. Das wiederholt sie nun schon Monate und so soll ihr Herzenswunsch natürlich in Erfüllung gehen. Ich sah da bisher vor allem ein Problem: das Kindlein kann eigentlich so gut wie gar nicht Laufrad fahren – oft ja die angepriesene Vorbereitung auf das Fahrrad. Sie versteht zwar das Prinzip, so richtig „Fahrt“ nahm sie aber nie auf. Nun habe ich versucht ihr zu erklären, dass das Laufrad fahren eine ganz tolle Hilfe wäre um Fahrrad fahren zu lernen. Schwuppdiwupp saß das Kind auf dem Laufrad. Und auf einmal fuhr sie los wie der Blitz. Ich war ganz von den Socken *freu*… sie schaffte etwa 600 Meter – sehr viel für ihre Verhältnisse. Wir sind gespannt, ob die Begeisterung anhält.

[NEUE ALTE LIEBLINGE] nachdem das Kindlein in letzter Zeit so oft krank war, hält sie sich nun seit 3 Wochen sehr stabil und zeigt bisher auch keine neuen Krankheitssymptome. In den Krankheitshochphasen schaute sie sehr viel Fernsehen, was sie auch danach lautstark einforderte. Durch Ablenken verringerten wir den Konsum wieder auf 0 und mittlerweile fragt sie nur noch selten. Abgesehen davon interessiert sie sich plötzlich für Dinge, die ganz lange Zeit vollkommen doof waren: Bücher und Bauklötze. Bücher wurden monatelang nicht beachtet und Bauklötze waren langweilig. Plötzlich baut sie damit hohe Türme und möchte mit Mama wieder Bücher anschauen. Unser Mädchen.

[SCHLAFEN, WAS IST DAS] Hmpf… das Kindlein hat ja eigentlich seinen Mittagsschlaf abgeschafft. Schläft sie dann doch mal eine Stunde in der Kita bedeutet das vor allem eines: vor 22.00 Uhr geht es so gut wie nie ins Bett. Wir haben es lange Zeit versucht, aber irgendwann aufgegeben. Seitdem läuft es viel entspannter. Sie spielt Abends ganz entspannt neben uns her, während Mama lernt und Papa noch ein bisschen was arbeitet. Es war kein wirkliches Resignieren unsererseits, wir haben einfach akzeptiert, dass sie das Einschlafen noch nicht schafft. Um 22.00 Uhr hingehen schlummert sie schnell und absolut entspannt ein, was so schön anzusehen ist *herz* Leider bleibt daher nichts mehr vom Abend, aber die Erzieherin machte uns „Mut“: Spätestens in der Schule wird das anders, da sind sie schneller müde. Wir konnten da nur müde lächeln. 😉