Monat

Juli 2014

Ich zähle die Tage!

KalenderUnd wie ich zähle… Hier geht es zwar eigentlich noch um ein paar Wochen, aber das Wörtchen „Tag“ gibt mir Hoffnung. In wenigen Tagen wird das Kind 13 Monate… dann ist es nicht mal mehr ein Monat und sie wird in den Naturkindergarten gehen. Für maximal sechs Stunden am Tag kann ich sie abgeben. Kann? Darf? Will ich? Momentan trifft eindeutig „Will ich“ zu. Wenn jemand fragt: „hat hier jemand ein Kind abzugeben“ bin ich mit Sicherheit die erste die sich meldet. Schon bei „abzu“ wäre meine Hand ganz ganz oben.

Ich bin einfach raus, die Akkus sind leer… ratzeputze leer. Sie füllen sich ganz kurz nach ein bis zwei Stunden Freizeit am Abend und etwa sieben bis acht Stunden Schlaf in der Nacht (natürlich mit vielen Unterbrechungen – wo denken wir hin?). Aber sie füllen sich eben nur kurz und sind schon zum Mittag hin aufgebraucht. Das Kind ist momentan einfach furchtbar anstrengend (wann ist/war es das nicht?). Ich kann gar nicht genau sagen woran das liegt? Ist es das allabendliche Drama? Die wenige Freizeit die ich habe? Vielmehr ihre Unterforderung? Unterforderung trifft es wohl am ehesten. Es ist ihr mit mir zu hause schlichtweg zu langweilig. Und das, obwohl wir in Krabbelgruppen sind und Freunde und Familie treffen, die Tante früh nach Hause kommt und und und. Ist das Wochenende vorbei, ist mein Leben vorbei – um es mal drastisch zu sagen. Ich bin so wahnsinnig schnell genervt von den kleinsten Dingen. Und das hat dann hoffentlich bald ein Ende. Und so gruselig die Eingewöhnung auch wird. Ich muss nach einem Jahr der völligen Selbstaufgabe einfach mal egoistisch sein und an mich denken.

Ich will…

  • für 10 Minuten duschen, ohne das ein schreiendes Kind an der Glastür steht und erst aufhört mit brüllen wenn Mama wieder aus dem Glaskoloss entstiegen ist…
  • essen. In Ruhe, bedacht, langsam. Ich will nicht mehr schlingen weil das Kind die Pläne seiner Mutter durchkreuzt und nach einem Happen anfängt zu plärren.
  • Ruhe. Die Vögel dürfen gerne zwitschern, der Regen darf auf den Asphalt fallen. Meinetwegen darf der Nachbar auch seinen Rasen mähen. Mehr ist aber einfach nicht drin. Dieses Dauergequake hat sich so derart in mein Hirn gebrannt, das muss da erst mal wieder raus…
  • stupide Dinge tun. Fenster putzen, Fernsehen, am Rechner zocken, schreiben schreiben schreiben, Musik hören, lesen (und zwar nicht nur einen Blogeintrag, ich will es mal wieder mit einem Buch versuchen)…
  • mir einfach mal wieder die Nägel lackieren. Und zwar nicht weil ich auf eine Hochzeit gehe, nein – einfach mal wieder so…
  • einkaufen ohne das ich zuerst Ausschau nach den Brötchen halten muss, damit das Kind wenigstens für 5 Sekunden den Mund hält.

Oh Gott ich sehne den Tag der Eingewöhnung so sehr herbei und habe doch ein so schlechtes Gefühl, eben weil ich ihn herbeisehne. Und ich bin ganz ehrlich. Hut ab vor allen Müttern die nach einem Jahr wieder arbeiten gehen (vom Regen in die Traufe und so) oder die zwei oder sogar drei Jahre mit dem Kind zu hause verbringen. Für mich ist das (gerade) unvorstellbar und ich brauche einfach jetzt mal Zeit für mich. Und sei es nur ne Woche – gerne auch zwei. Die Akkus müssen erst mal wieder aufgeladen werden! Ich liebe mein Kind mehr als Worte jemals auch nur ansatzweise ausdrücken können – aber ich bin ja auch nur ein Mensch! 🙂 Ihr seht – wir haben hier gerade ein kleines Tief. Aber wie das Leben so spielt: nach Regen kommt auch wieder Sonnenschein! *herz*

55 Wochen – 1 Jahr, 3 Wochen – Rückblick

Was für eine furchtbare Woche… eigentlich beschreibt das Wort furchtbar den derzeitigen Zustand nicht einmal ansatzweise. Nach dem Fiebermarathon vom Wochenende verbesserte sich ihre Laune nur minimal. Bis Mittwoch hatten wir sie fast ausschließlich auf dem Arm oder an der Brust. Beim Thema Essen müssen wir ganz von vorn anfangen :/. Zum Ende der Woche wurde es immerhn etwas besser.

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[GEÜBT & GELERNT]

  • das Kindlein schiebt alles, was Rollen hat über den Boden und murmelt dazu „brrrrr“
  • sie legt die Kugeln nun perfekt in die Kugelbahn und sieht ihnen beim runtersausen zu
  • sie bringt uns bewusst den Brummkreisel, damit wir diesen für sie in Gang bringen

[GEQUENGELT] wurde hier in einer Tour. Gerne den ganzen Tag lang. Es war furchtbar und unsere Nerven wurden arg in Mitleidenschaft gezogen. Sie war natürlich noch vom 3-Tage-Fieber geschwächt, aß wenig und spielte ungern.

[GESORGT & GEFREUT] haben wir uns bei der U6. Das Kindlein ist zeitgerecht entwickelt, kann alles was es können muss. Der obligatorische Ausschlag nach dem Fieber kam direkt am Tag der Untersuchung und die Ärztin stellte auch sofort die entsprechende Diagnose. Ansonsten ist unser Kindlein mit 12 Monaten 78cm groß und wiegt… oje… nur 8,4kg. Sie ist damit im Bereich des Untergewichtes. Bisher besteht keinerlei Grund zur Sorge, da sie sich sehr gut entwickelt – wir sollten es aber dennoch im Auge behalten.

[GEBLUTET] hat das Kind diese Woche das erste Mal so richtig schlimm. Es heizte wieder durch das riesige Familienbett, stolperte und fiel mit dem Mund direkt auf die Kante. Papa filmte zufällig alles und im Nachhinein tut es wirklich weh, sich diesen Clip anzuschauen. Plötzlich sah sie aus wie ein kleiner Vampir, Blut lief ihr aus dem Mund und tropfte überall hin. Sie liess sich natürlich nicht so richtig in den Mund schauen und mein Mann brüllte schon „Krankenhaus“ als die Blutung rasch abnahm. Nix passiert.

[GEPAPAT] da sage ich dem Kindlein zum 328653682 Mal „sag Mama“… und was tut es? Plappert mir laut und deutlich „Papa“ entgegen. *grummel*… Ein weiteres Beispiel: das Kindlein wird morgens wach, Männe öffnet die Tür zum Schlafzimmer und was sagt das Kindlein? „Papa“ und strahlt über das ganze Gesicht. Das erste ganz bewusste Wort ist also neben dem allumfassenden „da“ der liebe Herr „Papa“…

Mütter sind alle Heulsusen…

HeulsuseVielleicht ist der Titel dieses Beitrages etwas übertrieben. Aber ich darf mich heute mal beschweren. Ich meine.. so ganz ernsthaft… ich war ja vorher schon sentimental. Bin ja auch ne Frau – also so ne richtige. Aber bei Hochzeiten war ich eher eine von der Sorte, die sich anstrengen musste ne‘ Träne zu verdrücken. Wäre ja auch irgendwie peinlich gewesen wenn man die „Für Tränen Taschentücher“ nicht gebraucht hätte. Also habe ich mich bei so was angestrengt. Und habe es trotzdem irgendwie geschafft. So. Und dann. Dann kam da dieses Kind. Und ganz ehrlich? Ich bin eigentlich nur noch flüssiges Wachs in solchen Situationen. Vor einigen Wochen heiratete eine gute Freundin von mir. Ich saß dann da also.. mit Kindlein auf dem Schoß im Standesamt. Und die Beamtin drückte auf ihre Fernbedienung. Das verdammte Liedchen war nicht mal besonders emotional. Aber mir schossen schon in den ersten drei Sekunden die Tränen in die Augen. Und dann stand ich da… mein Mann verdrehte schon fast die Augen so nach dem Motto „meine Güte, Frau.. jetzt reiß Dich mal zusammen.. die beiden sind noch nicht mal hier reinmarschiert!“ Und tatsächlich wurde es noch schlimmer als die beiden dann ins Zimmer kamen. Zusätzlich hatte ich einen perfekten Blick auf alle anderen Gäste, die dann auch flennten. Und irgendwie wurde es eher schlimmer als besser. Und ich stand da und flennte und flennte. Mein Mann kramte nach Taschentüchern und das Kindlein schaute mich perplex an. Nun ja, so war das.

Früher hätte es das nicht gegeben – das sag ich euch! Ich frage mich auch woher das kommt. Habe ich noch so viele Hormone in mir? Durch das Stillen?

Oder ist das einfach so ein Mutterding? Was genau verändert sich denn da bitte? Genauso geht es mir wenn ich so eine Hungerhilfe-Werbung sehe. Da sitzt dann so ein halb verhungertes Kind und die Kamera zeigt frontal auf den ausgemergelten Körper. Fliegen surren um den Kopf und es weint stumm vor sich hin. Es ist nicht so, dass ich das früher nicht auch schlimm gefunden hätte. Aber ich bin ganz ehrlich: ich kann das kaum ertragen und muss an einigen Tagen fast weg schalten weil es mich so fertig macht und mich so berührt, dass ich auf der Stelle los heulen könnte. Dieses Mal habe ich natürlich eine Erklärung… ich weiß ja wie gut es mein Kind hat und kann mir nicht ansatzweise vorstellen, wie schlimm es anderen Kindern auf der Welt geht. Das tut mir weh und ich schiebe diese Gedanken immer ganz weit weg. Wenn ich da 24h dran denken würde, wäre ich ja meines Lebens nicht mehr glücklich.

Gerade kurz nach der Geburt gab es ganz viele Momente, in denen ich auf der Stelle hätte weinen können – vor Glück versteht sich! Und natürlich – man sieht in den großen Hollywood-Filmen ja ständig jemanden vor Glück vor sich hin flennen. Aber wie oft passiert das schon im wirklichen Leben? Ich hatte das davor glaube ich 2x. Einmal beim Antrag und einmal auf meiner eigenen Hochzeit. Und bei zweitem war es eher die Anspannung, die endlich von mir abfiel. Glücklich war und bin ich natürlich trotzdem! Keine Frage. Und nun heule ich weil mein Kind sich drehen kann. Ich heule weil es alleine etwas mit der Gabel isst und ich flenne weil es zwei Schritte macht. Ich würde schon sagen, dass ich vor meinem Mutter-Dasein eine recht taffe Frau war. Und jetzt bin ich ein Weichei… zumindest was diese bestimmten Situationen anbelangt. Da reicht es schon wenn ich ganz heimlich still und leise das Kindlein mit dem Papa beobachte. Sie spielen, lachen.. und ich hocke ein paar Meter weiter und grinse mir einen ab. Und ich könnte – natürlich – am liebsten schon wieder meine Augen mit Tränen füllen. Da ich aber wasserfesten Mascara hasse, versuche ich zumindest mich etwas zusammen zu reißen. Ich bin so eine Heulsuse geworden.

Ich versuche es positiv zu sehen: ich bin emotional. Etwas, was ich vorher vielleicht nicht so ganz zeigen konnte und wollte. Und das ist schön. Schön so wie es ist!

Andere Projekte…

SchreibmaschineIch komme momentan einfach nicht zum Bloggen… *grummel*… das liegt weniger daran, dass ich keine Themen habe. Vielmehr aber an meiner übermäßigen Leidenschaft für das Schreiben. Und natürlich auch am Kindlein. Die letzten Wochen waren ziemlich anstrengend und das morgen beginnende Wochenende ist seit langem eines so ganz ohne Termine. Das hat momentan Seltenheitswert – und so geht es – ihr habt es erraten – nächstes Wochenende schon weiter. Wir treten wieder eine kleine Reise an. Und so wollen wir die kommenden zwei Tage ganz intensiv als Familie nutzen, viel draußen sein, ins Freibad, in den Garten, planschen, kochen, essen, spielen, lesen, lachen und Musik hören.

Außerdem schreibe ich momentan wieder stundenlang an „meinem“ Buch. Meine Idee ist momentan so nah bei mir, dass ich nicht anders kann, als alles aufzuschreiben, was mir so durch den Kopf spukt. Ich habe in meinem Leben bisher 2347265472 Geschichten und Bücher angefangen, aber nur eine Kurzgeschichte wirklich beendet. Damit soll jetzt mal Schluss sein. Und weil meine Idee zum Buch so fest im meinem Hirn verankert ist, schreibe ich. Und komme natürlich wiederum so gar nicht zum bloggen. Ich gelobe Besserung. Aber ich kann nicht anders… meine Finger müssen jeden Abend über die Tasten huschen, sonst verliere ich wieder so viele Wörter, Sätze und Ideen, die sich bereits vorgeformt haben und aufgeschrieben werden wollen.

Der Blog entstand ja auch in erster Linie um die Entwicklung vom Kindlein festzuhalten. Und genau das werde ich auch weiterhin tun. Ich bin gespannt wann mich der Mut für das Buch und die Geschichte wieder verlässt und ich mich zurück in das Blog verkrieche :).

Bis dahin sende ich viele Grüße von der Schreibfront und wünsche allen ein herrlich schönes Wochenende!

54 Wochen – 1 Jahr, 2 Wochen – Rückblick

Was für eine Woche… zum Freitag musste so langsam alles für die erste große Feier für das Kindlein hergerichtet werden. Die ersten Gäste reisten an und alles schien perfekt. Hätte das Kindlein nicht in der Nacht plötzlich fast 40 Grad Fieber bekommen. Wir schleppten uns mehr schlecht als recht durch das Wochenende und sind alle total geschafft. Die Maus litt wirklich unter dem Fieber und der anhaltenden Hitze Ich hoffe wirklich, dass wir die neue Woche unter einem besseren Stern beginnen.

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[GESORGT] haben wir uns diese Woche um die Gesundheit des Kindleins. In der Nacht von Freitag auf Samstag hatte sie wie aus dem Nichts plötzlich fast 40 Grad Fieber. Samstags überstanden wir nur mit Fieberzäpfchen und auch der Sonntag war eine einzige Tortour für unser Kindlein. Nun haben wir ja den Geburtstag groß nachgefeiert und leider machten es ihr all die fremden Gesichter noch zusätzlich schwer. Wir haben so mit ihr gelitten. Am liebsten hätte ich nur geheult. Ich konnte sie nicht ablegen, geschweige denn jemandem in die Hand drücken. Ich bin so froh noch zu stillen, da sie weder aß noch trank. Wir tippen auf das 3 Tage Fieber und hoffen, dass es bald vorbei ist!

[GELERNT]

  • noch nicht komplett gelernt, aber fast: das Kindlein fängt an zu rennen
  • wenn ich ihr die Sortierbox hinstelle und ihr zeige, wo eine bestimmte Form hinein gehört steckt sie diese durch die entsprechende Öffnung

[GELIEBT]

  • die Schaukel ist hier gerade DAS Spielzeug… immer wenn wir raus gehen, läuft sie direkt zum Baum. Sie könnte den ganzen Tag schaukeln, wenn es nach ihr ginge.
  • in Pfützen spielen
  • Mama beim Wäsche aufhängen die Kleidungsstücke reichen

[GEWECHSELT] wurden hier die Klamotten in einer Tour. Gerne fünf oder sechs Outfits an einem Tag. Beispiel: Kindlein saut sich in einer Pfütze ein – Dusche – Bademantel – hinsetzen im Bademantel – Pipi machen – Bademantel aus – erneut abgeduscht – neue Windel, Body – vergessen Pipi wegzumachen – Kind setzt sich natürlich direkt hinein – wieder ausziehen…

[GENUCKELT] eieieieieiei – was soll das noch werden? Das Kindlein nuckelt momentan gaaaaanz extrem am Daumen. Schnuller wird natürlich nicht akzeptiert und Ablenkung hilft nur ganz kurz. Wir hoffen wirklich, dass es nur eine Phase ist.

[GESCHRIEN] auch eine Neuheit: abends zum Schlafen gehen schreit sie neuerdings etwa eine Stunde bis zur absoluten Erschöpfung. Wir haben absolut keine Ahnung, woran es liegt und begleiten sie einfach so gut es geht durch diese Phase.

[GEFEIERT] haben wir nachträglich die Geburtstage vom Papa und Kindlein. 35 Grad, Sonne, Wasser, viele Kinder… es war schön 🙂

Schreckmomente… und der richtige Kindersitz!

In diversen Beiträgen habe ich schon mehrfach erwähnt, dass wir uns in Sachen Kindersitz ganz bewusst für einen Reboarder entschieden haben. Und nach einer Fahrt von Thüringen zurück in die Heimat wissen wir: beste Entscheidung seit langem! Kennt ihr das? Wenn die Autobahn einfach wahnsinnig voll ist und es ganz plötzlich – wie aus dem Nichts – von 160 auf 0 km/h geht? Ich kannte das bisher nur von der überfüllten Stadtautobahn in Berlin. Ich würde also sagen, wir sind erprobte Vollbremser, wenn man das so nennen kann.

Auf jeden Fall erlebten wir auf den etwa 300 Kilometern Autofahrt drei Vollbremsungen, die wirklich furchtbar erschreckend waren. Wie aus dem Nichts – schwups – Vollbremsung. Eine war so schlimm, dass die Autos vor uns wahnsinnig ins Schlingern gerieten und sooo knapp einem Unfall entkamen, dass man für „knapp“ ein neues Wort erfinden müsste, welches beschreibt wie heftig das Ganze war. Der Wagen hinter uns knallte uns nur nicht rein, weil er auf eine andere Spur auswich. Gott sei Dank hatten wir alle den Sicherheitsabstand eingehalten, so dass nichts passierte. Das ABS spürte man aber deutlich, mein Kopf wurde nach vorn geschleudert und der Gurt schnitt an meinem Hals entlang heftig in die Haut ein.

Nach dem Vorfall schaute ich sofort zum Kindlein hinüber. Und was soll ich sagen? Sie grinste mich an, saß fest in ihrem Reboarder und wunderte sich vermutlich über Mamas besorgten Blick. Ich war noch nie so glücklich über einen Reboarder wie in diesem Moment. Männe fragte gleich, ob mit dem Äffchen alles in Ordnung sei… natürlich! 🙂 Beim Kauf des Teils dachten wir noch: so viel Kohle? Dafür? Bringt das was? Und dann all die Gedanken und Sprüche: „ach, da passiert doch eh nie etwas!“ Und nun ist einer der Ernstfälle tatsächlich eingetreten…

Rebaorder

Für alle Unentschlossenen noch einmal die wichtigsten Informationen:

  • bis zum 4. Lebensjahr eines Kindes sitzt es im Reboarder 4x sicherer als in einem „normalen“ Kindersitz
  • der Kopf eines Kleinkindes ist im Verhältnis zum Körper recht groß und macht um die 25% des Körpers aus.
  • Sowohl Nackenmuskulatur als auch Wirbelsäule entwickeln sich erst bis zum 4. Lebensjahr vollständig
  • Bei einem frontalen Auffahrunfall oder einer enormen Vollbremsung wird der Kopf des Kindes mit voller Wucht nach vorn geschleudert. Der Körper wird jedoch durch Gurte oder Fangkörper zurück gehalten. Die Kräfte, die dabei wirken sind absolut nicht zu kompensieren.
  • Welche Folgen kann das haben? Folgen sind unter anderem Querschnittslähmung, Rückenmarksverletzungen oder gar eine intrakorporale Enthauptung
  • bei einem rückwärts gerichtetem Sitz wird die Energie, die beim Frontalaufprall (70% aller Unfälle sind genau diese Art) oder einer Vollbremsung frei gesetzt wird über den gesamtes Rücken des Kleinkindes in den Reboarder abgeleitet.
  • auch bei einem seitlichen Aufprall ist das Kind in einem Reboarder geschützt – durch Seitenbacken
  • In Skandinavien sind Reboarder an der Tagesordnung – hierzu eine Zahl: in den vergangenen 10 Jahren ist KEIN Kind in einem Rebaorder tödlich verletzt worden! Ich denke, das spricht für sich!
  • persönliche Erfahrung: der Reboarder ist groß – ja – aber bei weitem nicht so groß, wie wir es uns immer vorgestellt haben. Er ist einfach nur höher und ich habe im Vergleich zur Babyschale sogar wieder etwas mehr Platz in der Mitte des Autos.

Ich möchte Euch natürlich ein Bildchen nicht vorenthalten. Es ist noch am Tag des Kaufes entstanden. Unsere Maus sitzt so perfekt in diesem Sitz und sieht endlich mehr, da die Erhöhung mit einer Schale nicht zu vergleichen ist! Wer also noch überlegt und vielleicht auch Fragen hat, immer her damit. Ich werde bald noch einmal einen ausführlichen Bericht zum Kauf und der Handhabung schreiben! Denn: das Thema geht uns alle an! 🙂

53 Wochen – 1 Jahr, 1 Woche – Rückblick

Hilfe… ich komme in letzter Zeit einfach nicht zum bloggen :(. Es stand/steht einfach zu viel an.. ich habe mir die Nächte mit dem Fotobuch des Kindleins um die Ohren geschlagen. 146 Seiten voller Bilder und Texte. Dann waren wir auf einer Hochzeit und hatten diesbezüglich viel vorzubereiten und nächste Woche steigt die nachträgliche Party unseres Äffchens zum ersten Geburtstag. Trotzdem habe ich natürlich nicht vergessen, ihre Entwicklung weiter festzuhalten. Ich bleibe erst einmal beim wöchentlichen Rhythmus – es tut sich einfach noch zu viel im Moment! Daher nun eine neue/andere Idee… ich habe einfach mal einen normalen Wochenrückblick umgewandelt und werde es wohl jede Woche anders gestalten 🙂

Die Woche war eigentlich ganz harmonisch. Die Maus ist wieder komplett gesund, die Zähne sind durch, die Sonne scheint viel – es könnte nicht schöner sein! Wir waren viel unterwegs, Papa, das Kindlein und die Tante hatten Geburtstag. Mehr ging nicht. Oma und Opa waren zum Abendessen da und überhaupt haben wir viel viel unternommen.

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[GELERNT] das Kindlein läuft perfekt an der Hand Treppen nach oben.

[GESHOPPT] ganz viele Geschenke für unser Äffchen. Sie durfte selbst im Spielzeugladen aussuchen – und so landeten viele neue Bälle, ein Sandmannkreisel und ein Tut-Tut-Parkhaus in unseren Tüten zum ersten Geburtstag!

[GEPLATZT] vor Stolz sind wir auf der Hochzeit. Unser Kindlein hat sowohl die Trauung als auch die Feierlichkeiten danach bestens gemeistert. Kein Meckern, kein Geschrei, Harmonie pur!

[GESCHLAFEN] hier sind Nachts nur noch um die zwei Stillstops angesagt. Das ist für uns alle sehr erträglich. Was jedoch unschön ist: das Kindlein muss mindestens 4-6h wach sein, bevor es ansatzweise müde wird. Schläft sie also zum Beispiel im Auto gegen 17.00 Uhr ein, haben wir hier eine Party bis 22.00 Uhr. Und wer denkt, sie würde dann länger schlafen, der irrt – gewaltig!

[GEDACHT]

  • in letzter Zeit sagen wir zum Kindlein wieder öfter „sag mal xyz“. Und wir haben in ganz vielen Fällen das Gefühl, dass sie wirklich aktiv versucht etwas nachzubrabbeln. Banane ist dann schon mal „ane“… das passt doch, oder?
  • wo ist mein Baby hin? Letzte Woche kam die Bestätigung für den Naturkindergarten per Post… mit 14 Monaten wird sie also „flügge“. Mein Herz blutet. Auch wenn es nur für wenige Stunden ist – es macht mich jetzt schon ganz verrückt.
  • ab wann kauft man ein Töpfchen? Wir bekommen in letzter Zeit immer wieder diese Frage gestellt: „habt ihr schon ein Töpfchen?“ Irgendwie sah ich da bisher keinen Handlungsbedarf. Sollten wir das ändern?!

[GEDANKT] ein Danke geht an alle lieben Menschen, die zum Purzeltag unseres Äffchens an uns und unsere kleine Familie gedacht haben. Uns haben Karten, Geschenke, Anrufe und Nachrichten erreicht. *hach*

[UND SONST SO?]

  • momentan ist der Daumen sehr sehr sehr oft im Mund – wir hoffen, dass es nur eine Phase ist
  • Essen klappt ein wenig besser – Nudeln stehen hoch im Kurs! Nichts desto trotz bleibt sie ein Stilljunkie 😀
  • wir tragen hier jetzt jeden Tag Spangen oder einen Zopf – die Haare sind einfach zu lang. Nun erkennt auch jeder, dass sie ein Mädchen ist. Das war ja anhand der Kleidung nicht so einfach.
  • das Laufen hat irgendwie noch mal eine andere Dimension erreicht. Sie läuft jetzt nicht mehr so „tapsig“ – eher wie ein „ganz normaler Mensch“ eben läuft. Außerdem fängt sie an, das Rennen für sich zu entdecken und zu üben.
  • Dauerbeschäftigung: irgendwas in die Hand nehmen und dann an andere abgeben. Anschließend – natürlich – zurückholen.
  • Schaukeln liebt sie über alles – und wehe wir erdreisten uns, sie aus dem Gestell zu nehmen. *tztztz*
  • Es gibt mittlerweile Musik, da tickt sie völlig aus und der ganze Körper ist plötzlich in Bewegung. Kleine Tanzmaus.
  • aktueller Lieblingsspitzname: „Zaubi“ *herzherzherz*

Klitzekleine große Liebeserklärung

Danke!

Irgendwann diese Woche ist unser Kindlein ein Jahr alt geworden. Wann genau, tut nichts zur Sache – nur, dass sie eben ein Jahr alt geworden ist. Und jetzt sitze ich hier und versuche meine Gedanken und Gefühle irgendwie in Wörter zu verpacken. Ich habe keine Ahnung, was aus diesem Post wird – aber ich muss mir das einfach aus dem Herzchen schreiben.

Mein Kind – ich, nein wir – lieben Dich so sehr, dass es eben nicht in Worte verpackt werden kann. Du bist alles, alles was wir jetzt und jemals brauchen werden, die Welt, das Universum, jeder kleine Krümel, der Himmel, das kleine Liebeslied, ein Gedicht, Honig, Du bist so groß und stark, so voller Leben. Aus einem Nichts wurde so viel – so viel mehr, als wir je erahnen konnten. Du machst jeden Tag zu einem riesigen Abenteuer, zu einer Wildwasserbahn, du machst ihn perfekt. Du kleines Wesen hast aus uns eine Familie gemacht. Danke, dass wir Deine Eltern sein dürfen.

Das Kind hat uns mehr Nerven gekostet als wir es jemals auch nur ansatzweise erahnen konnten. Tränen, Zweifel, Schuldgefühle und immer diese Angst. Angst vor dem Unbekannten, vor Fehlern, vor Unfällen und dem großen schwarzen Loch da draußen, dass sie auffressen will. Dabei wollen wir doch nur eines: Schutz, Liebe, Harmonie, Glück. Und nun haben wir schon ein ganzes Jahr geschafft. Und wir sind erschöpft und doch so glücklich wie noch nie zuvor. Niemand hätte im Vorfeld auch nur in einem Bruchteil beschreiben können wie sie aussieht… diese Liebe? zu einem Kind, zum eigenen Kind. Nicht im Traum hätte mir jemand diese Intensität greifbar machen können. Und doch spürte ich schon einen Wimpernschlag nach der Geburt dieses große Etwas in mir, was da gerade zum Leben erwacht war. Und ja, vermutlich waren es die Hormone, aber verdammt, das sind echt super Dinger!

Wir freuen uns so wahnsinnig auf das, was da vor uns liegt, auf diesen großen und holprigen Weg als Familie. Wir wollen ihr die große Welt zeigen, Hand in Hand durch Kornblumenfelder rennen, Eisenbahnen bestaunen, zum Mond fliegen, Bücher lesen, Höhlen bauen und Sternschnuppen mit der Hand aufsammeln. Wir wollen und werden genau das tun! Und bevor ich zu melancholisch werde und meiner Wortverliebheit weiter verfalle, sage ich es kurz und knapp: du warst und bist die beste Entscheidung unseres Lebens!

52 Wochen Babyglück (12 Monate)

Ui… was für eine wirklich aufregende Woche! Wir waren im Urlaub und sausten anschließend noch mal quer durch die Republik, um an einer Familienfeier teilzunehmen. Das Kindlein hat alles soweit gut überstanden – aber dazu später mehr. Sie läuft mittlerweile sehr sicher, rennt beinahe. Essen ist nach wie vor nicht ihr Freund und wir stillen viel. Zudem war sie vergangene Woche das erste Mal in ihrem Leben krank. Ein kleiner Infekt legte sie lahm… mein Herz blutete.

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52 Wochen Baby sein:

Lieblingsbeschäftigung: am Ostseestrand spielen
Lieblingsspielzeug:
Bälle und das Meer *herz*
Wörter:
nichts neues
Das mag ich gar nicht: krank sein
Darauf bin ich stolz: wenn ich auf einer Rutsche sitze, stoße ich mich selbstständig ab und rutsche los
Sonstige Skills:

  • ich kicke gerne Bälle
  • ich kann im Sand laufen
  • ich liebe das Meer
  • meine Feinmotorik wird immer besser

52 Wochen Eltern sein:

Neue Erkenntnisse:

  • der Reboarder hat sich jetzt schon ausgezahlt – mehr dazu in den Schreckmomenten!
  • das Meer ist so schön
  • auch unser Kind kann krank werden – wer hätte das gedacht
  • Tragetuch ist immer noch der Hit!

Schreckmoment(e):

  • das Kindlein hat seinen ersten Infekt – ausgerechnet im Urlaub. Das erste Mal Fieber mit viel Husten und einer Menge Rotz in der Nase.
  • auf dem Heimweg müssen wir insgesamt drei Vollbremsungen auf der Autobahn hinlegen. Der Gurt schnitt in meinen Hals ein und mein Kopf schleuderte arg nach vorn. Wir waren noch nie so glücklich über die Entscheidung über einen Reboarder wie in diesem Moment! Ich schaute zu meiner Maus und sie saß in ihrem Sitz als wäre nichts gewesen.

Nächte: aufgrund von Husten und Schnupfen der blanke Horror!
Dafür fehlt die Zeit: die Geburtstagsparty vorbereiten
Der glücklichste Moment: ganz viele kleine Urlaubsmomente – es war wunderschön!
Streit über: wenn das Kindlein krank ist, streitet man gerne mal etwas mehr
Darauf freuen wir uns: auf den anstehenden ersten Geburtstag
Das macht Mama glücklich: das Kindlein im Tragetuch am Strand in den Schlaf zu schuckeln
Das macht Papa glücklich: meine zwei Mäuse sicher nach Hause gebracht